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Ex-FDP-Chef unterstützt nun Verbände : Beyer kehrt als Lobbyist zurück

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Seit vergangenem Herbst sitzt Gregor Beyer (FDP) nicht mehr im Landtag. Seine Partei kam bei den Wahlen nur auf 1,5 Prozent der Stimmen. Jetzt erscheint er wieder auf der politischen Bühne als Chef eines neuen Lobbyverbandes.

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erstellt am 10.Mai.2015 | 08:00 Uhr

Seit vergangenem Herbst sitzt Gregor Beyer (FDP) nicht mehr im Landtag. Seine Partei kam bei den Wahlen nur auf 1,5 Prozent der Stimmen. Der Landesvorsitzende der Liberalen gab danach alle Ämter auf. Jetzt erscheint er wieder auf der politischen Bühne als Chef eines neuen Lobbyverbandes.

Erst im März ließ sich Gregor Beyer das erste Mal seit dem unfreiwilligen Auszug der FDP aus dem Landtag im Herbst 2014 wieder im Parlament sehen. Er wollte sich eine Sitzung des Umweltausschusses zum Thema Biber nicht entgehen lassen. Der leidenschaftliche Jäger hatte sich als Abgeordneter immer dafür eingesetzt, den Biberschutz nicht über die Interessen der Landnutzer zu stellen und unter anderem mit einem Rezept für Biberbraten für Aufsehen gesorgt.

Bei seiner Stippvisite im Landtagsschloss gab es bei den früheren Kollegen ein großes Hallo – der gebürtige Rheinlandpfälzer war wegen seines Humors und seines Fachwissens weit über die Parteigrenzen hinaus beliebt und angesehen. Künftig wird der 46-Jährige sicher wieder öfter im Landtag anzutreffen sein – bei Ausschusssitzungen und wohl auch bei der einen oder anderen kleineren Besprechungsrunde – Lobbyarbeit eben.

Zum 1. Juni wird das „Forum Natur Brandenburg“ ins Leben gerufen, mit Beyer als Geschäftsführer. Das Forum wird von acht Verbänden gebildet, die schon jeder allein als einflussreich gelten. Es sind der Landesanglerverband, Landesfischereiverband, Grundbesitzerverband, Waldbesitzerverband, Landesjagdverband, die Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und die Eigenjagdbesitzer sowie der Landesbauernverband und der Bauerbund. Die beiden letzten arbeiten erstmals formal zusammen, wie Beyer betont.

Eine erste Aufgabe für Beyer gibt es auch schon. Gestern moderierte er für den Waldbesitzerverband eine Veranstaltung zur Novelle des Wassergesetzes. Alle künftigen Mitglieder des Forums und darüber hinaus der Städte- und Gemeindebund und der Wasserverbandstag haben ein Interesse daran, die Finanzierung der Gewässerunterhaltung neu zu ordnen. Es geht um gestaffelte Beiträge (eventuell niedrigere für Waldbesitzer und höhere für Eigenheimbesitzer) sowie um die Frage, ob das stärker versiegelte Berliner Umland mehr zur Gewässerunterhaltung beitragen muss. Und es geht um Mitspracherechte in den Verbandsversammlungen, in denen einzelne Landnutzer zurzeit nicht stimmberechtigt sind.

Die Ministerialverwaltung habe in den vergangenen
20 Jahren immer wieder grundlegende Veränderungen am Wassergesetz verhindert, war man sich während der Diskussion einig. Deshalb wollen alle Beteiligten nun selbst Eckpunkte eines neuen Gesetzentwurfes erarbeiten und der Politik unterbreiten – wobei Beyers Kontakte gute Dienste leisten dürften. Mit ihm sei es immer gelungen, pragmatische
Lösungen zu finden, lobte die ehemalige SPD-Abgeordnete Martina Gregor Ness. Auch sie hat das Parlament (freiwillig) letzten Herbst verlassen und betreibt heute als Präsidentin des Wasserverbandstags Lobbyarbeit.

 

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