Vermisster WIEDER AUFGETAUCHT : Behinderter Junge wurde missbraucht

Die Suche nach einem vermissten 14-jährigen Jungen in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) hat die Brandenburger Polizei auf die Spur eines 52 Jahre alten mutmaßlichen Sexualstraftäters geführt.
Die Suche nach einem vermissten 14-jährigen Jungen in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) hat die Brandenburger Polizei auf die Spur eines 52 Jahre alten mutmaßlichen Sexualstraftäters geführt.

Ermittlungen gegen mutmaßlichen Täter in 175 Fällen

svz.de von
27. Juli 2014, 23:00 Uhr

Ein 14 Jahre alter, hochgradig geistig behinderter Junge hat sich vier Wochen lang bei einem 52 Jahre alten Bekannten in Lübbenau versteckt und ist dort offenbar sexuell missbraucht worden. Befragungen des Kindes hätten das ergeben, sagte die Cottbuser Oberstaatsanwältin Petra Hertwig. Täter und Opfer kannten sich persönlich. Gegen den Mann wurde am Samstag Haftbefehl erlassen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

In Zusammenhang mit der Vermisstensuche im Umfeld des 14-Jährigen hatten sich auch frühere Opfer der Polizei offenbart, die der später festgenommene Mann jeweils mehrfach missbraucht haben soll. Deshalb wird jetzt gegen ihn in 175 Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen ermittelt. Manche Fälle liegen 20 Jahre zurück. Der Lübbenauer, ein geschiedener Taxifahrer, und das Kind kannten sich auch bereits länger. Die Eltern hätten dem Jungen jedoch den Umgang mit dem Erwachsenen verboten, sagte Hertwig.

Offenbar wollte sich das Kind nicht daran halten. Vor vier Wochen verschwand der Junge von Zuhause und wurde vermisst gemeldet. Er schlüpfte in der Wohnung der Mannes unter, der dort auch zeitweise mit seiner 13 Jahre alten Tochter lebt.

Bei mehrfachen Besuchen der Polizei, die den Mann wegen des gesuchten Jungen befragten, war der 14-Jährige nicht zu sehen, sagte Hertwig. Er hatte sich hinter einem Schrank sorgfältig versteckt, weil er nicht gefunden werden wollte. „Er fühlte sich offenbar wohl.“

Bei der Entdeckung durch die Polizei wirkte der 14-Jährige körperlich unversehrt. Auf Grund seiner geistigen Behinderung könne er das Ausmaß des Missbrauchs aber nicht einschätzen. „Das Geschehen bei seinem Aufenthalt in der Wohnung kommt erst nach und nach ans Licht“, sagte Hertwig.

Der 52-Jährige war bislang als Sexualstraftäter nicht auffällig. Er hat keine Verurteilungen und Vorstrafen. Erst bei der Suche nach dem Jungen wurden Ermittler auf seine Person aufmerksam, sagte Hertwig.

Der Junge befindet sich auf eigenen Wunsch in der Obhut des Jugendamtes.

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