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Schülerin erstochen : Befangenheitsantrag im Mordprozess

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus Lohmar in Nordrhein-Westfalen vor, der Schülerin in Eichwalde bei Berlin aufgelauert und sie im Streit mit zahlreichen Messerstichen getötet zu haben. Sie verblutete auf offener Straße.

Neun Monate nach einer tödlichen Messerattacke auf eine 14-Jährige hat in Cottbus der Mordprozess gegen einen 20-Jährigen begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus Lohmar in Nordrhein-Westfalen vor, der Schülerin in Eichwalde bei Berlin aufgelauert und sie im Streit mit zahlreichen Messerstichen getötet zu haben. Sie verblutete auf offener Straße.

Ob sich der Angeklagte zu den Tatvorwürfen äußern wird, konnte gestern nicht geklärt werden - die Verteidigung brachte einen Befangenheitsantrag ein. Die Staatsanwaltschaft vermutet als Motiv des Mannes Wut. Das Mädchen wollte den Kontakt zu ihm abbrechen. Die beiden hatten sich im Internet kennengelernt.

Die Verteidigung des Mannes ging zu Prozessbeginn davon aus, dass die drei Richter der Jugendkammer am Landgericht Cottbus voreingenommen sind. Hintergrund ist eine Haftbeschwerde, die vom Gericht vor Monaten abgewiesen worden war.

Die Verteidigung zitierte aus der dazugehörigen Begründung des Landgerichts. Wegen der Wortwahl wie „besondere Bestialität und Grausamkeit“, mit der das Vorgehen des Täters beschrieben wurde, sieht sie einen Anhaltspunkt, dass die Richter nicht mehr objektiv sind. Der Vorsitzende Richter, Thomas Braunsdorf, stellte dem Antrag jedoch geringen Erfolg in Aussicht. Denn einen solchen Antrag hatte die Verteidigung bereits vor Prozessbeginn im Zwischenverfahren gestellt.

Das brandenburgische Oberlandesgericht hatte diesen aber im Mai abgelehnt. Jetzt muss eine Vertretungskammer am Landgericht den erneuten Antrag prüfen. An der Jugendkammer sind bislang sechs Verhandlungstage angesetzt.

Nach bisherigen Planungen könnte ein Urteil am 3. November gesprochen werden (Az: 23 Ks 1/14). Braunsdorf betonte aber, dass es noch weitere Termine geben könnte, falls sich der Angeklagte äußert.

 

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