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Landesbauernversammlung : Bauern-Kritik an tiefen Milchpreisen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

„Molkereien und Handel bereiten damit dem Berufsstand ohne Not große Schwierigkeiten“, sagte der Präsident des Brandenburger Bauernverbandes, Udo Folgart.

Brandenburgs Milchbauern haben Preissenkungen für Milch und Butter kritisiert. „Molkereien und Handel bereiten damit dem Berufsstand ohne Not große Schwierigkeiten“, sagte der Präsident des Brandenburger Bauernverbandes, Udo Folgart, gestern auf der Landesbauernversammlung in Paaren/Glien (Havelland).

Unverständlich seien die Preissenkungen angesichts der Forderungen des Einzelhandels nach höheren Standards für den Tierschutz. „Das kostet Geld“, betonte Folgart, der auch Präsident des Verbandes der Deutschen Milchwirtschaft ist.

Die erforderlichen Investitionen der Milchviehhalter müssten berücksichtigt werden. „Die Motivation der Milchbauern rutscht in den Keller“, sagte er.

Die Preise für Molkereiprodukte lägen derzeit vier bis fünf Prozent unter denen des Vorjahres, sagte Folgart. Die Milchmenge sei jedoch um zwei Prozent gesunken.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) betonte auf der Veranstaltung mit insgesamt etwa 400 Teilnehmern, dass die Landwirtschaft das Tierwohl sehr ernst nehme. Pauschalkritik gegen Großbetriebe gingen ins Leere. „Die Betriebsgröße ist kein Maßstab für die Bedingungen der Tierhaltung“, sagte er. Es sei auch ein Irrglaube, dass konventionelle Landwirtschaft von vornherein schlecht sei.

Ende März war nach 30 Jahren die EU-Milchquote ausgelaufen. Sie sollte Milchseen und Butterberge verhindern. Nun entscheiden allein Angebot und Nachfrage über den Preis. Bürokratische Auflagen fallen so für die Landwirte weg. Agrarpolitiker verweisen zudem darauf, dass sich den Milchproduzenten damit auch neue Chancen auf internationalen Märkten mit neuen Verbraucherschichten böten.

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