Unglück : Ballonfahrt endet mit Absturz

Der Korb des Ballons steht noch einsam an der Unglücksstelle.
Der Korb des Ballons steht noch einsam an der Unglücksstelle.

Fahrer und acht Gäste werden teils schwer verletzt

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03. Juli 2015, 21:00 Uhr

Es sollte eine Ballonfahrt bei bestem Sommerwetter werden. Doch dann treten Probleme auf. Für die Insassen endet der Ausflug im Krankenhaus.

Bei der missglückten Landung eines Heißluftballons nördlich von Berlin sind alle acht Passagiere und der Fahrer verletzt worden. Der Ballon sackte am frühen Freitagmorgen aus einer Höhe von schätzungsweise zehn Metern ab und prallte auf einer Wiese auf, wie ein Polizeisprecher sagte. Es folgten mehrere harte Landungen, da das Gefährt immer wieder hochstieg. Dabei fielen mehrere Insassen heraus. Noch unklar ist, ob der Fahrer bei dem ersten fehlgeschlagenen Landeversuch bei Kremmen aus dem Korb stürzte.

Der 44-jährige Ballonfahrer und eine 53-jährige Frau mussten mit Rettungshubschraubern in Berliner Krankenhäuser geflogen werden. Eine weitere schwer Verletzte und sechs Insassen mit leichten Verletzungen wurden mit Rettungswagen in Krankenhäuser nach Oranienburg, Neuruppin und Berlin gebracht. „Aber keiner ist lebensbedrohlich verletzt“, sagt die Sprecherin der Polizeidirektion Nord, Dörte Röhrs.

Der Ballon war gegen 5 Uhr in Schönfließ mit zwei Gästen aus Berlin und sechs aus Oberhavel abgehoben. Der Unfall geschah gegen 6.10 Uhr beim Landeversuch auf einem Feld in der Nähe einer Pappelallee westlich von Sommerfeld.

Der Polizei liegen voneinander abweichende Schilderungen vor. „Der Fahrer soll bereits beim ersten Aufsetzen herausgefallen und der Ballon nochmals mit den Insassen in die Luft gegangen sein. Der Pilot hätte von unten Anweisungen zur Landung gegeben“, gibt Röhrs die eine Version wieder. Zum anderen heißt es, dass alle Insassen bis zum Ende im Korb waren.

Die Unfallursache ist unklar. Ein technischer Defekt oder eine unglückliche Verkettung von Umständen können derzeit nicht ausgeschlossen werden. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen wird ein Unfallgutachten erstellen. Korb und Ballon wurden in Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt.

Frank Fano, Geschäftsführer von Sun Ballooning aus Kyritz, war zur Unfallstelle gekommen. „Ich kann mir das nur so erklären, dass es an der Thermik gelegen hat“, so Fano. Sein zweiter Geschäftsführer und gleichzeitig Fahrer des verunglückten Ballons sei mit seinen 15 Berufsjahren ein erfahrener Pilot.

„Im Unternehmen hat es noch nie einen solchen oder ähnlichen Unfall gegeben“, sagt Fano, der zutiefst betroffen sei und seine geplante Ballonfahrt in Kyritz für gestern Abend abgesagt hat.

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