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Jagdrecht : Auf der Abschussliste

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Jäger wollen Wolf, Nilgans und Silberreiher vor die Flinte

von
erstellt am 10.Mai.2015 | 15:38 Uhr

Bestimmte Wildtierarten wie Wolf und Biber richten nach Ansicht von Jägern zunehmend Schäden an. Deshalb fordert der Landesjagdverband, dass in bestimmten Fällen auch der Abschuss von geschützten Tieren erlaubt wird. Auf einer Verbandstagung am Wochenende beschlossen die 250 Delegierten nun ein entsprechendes Positionspapier.
Gerade erst wieder in Brandenburg heimisch geworden, werden sie nun schon zum Problem erklärt. Während Naturschutzorganisationen die Rückkehrer bejubeln, werden seitens der Jäger und Landwirte Warnrufe laut. Wegen rasch steigender Populationen fordert der Landesjagdverband Brandenburg, die Artenschutzfrage für Tiere wie Wolf, Elch oder Biber neu zu verhandeln.

Am Sonnabend beschloss der Verband bei einer Tagung in Potsdam dazu ein Positionspapier.
Gefordert wird, den strengen Schutzstatus des Wolfes zu überdenken und ihn in bestimmten Fällen bejagen zu dürfen, um seinen Bestand zu regulieren. Auch zu den Jagdzeiten von Kolkrabe und Graureiher wurde auf der jährlichen Delegiertenversammlung beraten. Andere Überlegungen befassten sich damit, das Jagdrecht in den Jagdzeiten auf geschützte Tierarten wie Nilgans, Nutria, Biber, Kormoran und Silberreiher zu erweitern. Eine natürliche Regulierung finde nicht selbstständig statt, hieß es.
Der Biber sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Furore, weshalb er neben dem Wolf besonders im Fokus der Veranstaltung stand. Der brandenburgische Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) befürwortete in seiner Begrüßungsrede die Bejagung des in Brandenburg wieder heimischen Nagers: „Besonders im Oderbruch ist die Verträglichkeitsgrenze für den Biber überschritten“, sagte Vogelsänger. „Es ist gut, dass die Biber-Verordnung da ist. Aber jetzt muss es weitergehen“, forderte auch Gregor Beyer, ehemals Vorsitzender der FDP in Brandenburg, der die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald auf der Tagung der Jäger vertrat.
Die Biber-Verordnung regelt seit Anfang Mai, dass Biber im Einzelfall getötet oder gefangen werden dürfen. Allerdings nicht in Naturschutzgebieten, wie der Prignitzer Elbtalaue. Für Wolfgang Bethe, Präsident des Landesjagdverbandes, geht das nicht weit genug: „Der Biber vermehrt sich munter weiter und gehört deshalb nicht länger zu den schützenswerten Tierarten.“ Seine Dämme stellten vor allem für Landwirte ein Problem dar. Folgen seien überflutete Felder, aber auch Keller.
Vor diesem Hintergrund scherzte Udo Folgart, Präsident des Landesbauernverbandes, mit Blick auf den Rückkehrer Wolf: „Die Akzeptanz des Wolfs würde sich schlagartig erhöhen, wenn er nachweislich mehr Biber fressen würde.“ Seiner Einschätzung nach stellt die große Menge Fleisch, etwa sechs Kilogramm pro ausgewachsenem Tier und Tag, bei steigender Zahl von Tieren ein Problem für den Wildbestand dar. Auch Landwirte sind davon betroffen. Immer wieder greifen Wölfe Nutztiere an.
Auch zu Windkraftanlagen bezogen die 250 Delegierten der insgesamt 9700 Verbandsmitglieder an diesem Wochenende Stellung. Sie lehnen Windräder in Wäldern ab, weil sie eine Gefahr für Vögel und Fledermäuse darstellten. Julia Lehmann

 

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