„eine der schönsten fahrten“ : Auf dem Wasserweg zur Buga

Naturfreunde: Im Garten von Monika und Walter Gaszak blüht es ebenfalls in jeder Ecke.
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Naturfreunde: Im Garten von Monika und Walter Gaszak blüht es ebenfalls in jeder Ecke.

„Es war bei weitem nicht unsere längste Bootsfahrt, aber ganz sicher eine der schönsten“, sind Monika und Walter Gaszak noch immer ganz begeistert.

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11. August 2015, 10:00 Uhr

Monika und Walter Gaszak sind Naturliebhaber und Wassersportfreunde. Früher hatten sie einen Dauercampingplatz am Liepnitzsee. Seit sie Rentner sind, nennen sie ein Boot ihr Eigen. Mit der „Muhre“ stechen sie jeden Sommer in See. Im Juli schipperten sie über das „blaue Band der Havel“ zu den fünf Standorten der Bundesgartenschau.

„Es war bei weitem nicht unsere längste Bootsfahrt, aber ganz sicher eine der schönsten“, sind Monika und Walter Gaszak noch immer ganz begeistert. Allein die Havellandschaft mit ihren Auen übe vom Wasser bereits eine besondere Faszination aus. Mit den fünf Buga-Standorten Brandenburg, Premnitz, Rathenow, Stölln und Havelberg werde eine solche Tour aber zu einem unvergesslichen Erlebnis, finden der frühere Ausbildungsmeister und die Werkstoffprüferin im Stahlwerk Hennigsdorf.

Von Hennigsdorf aus starten die Gaszaks ihre Touren, die bisher längste über Kanäle und den Rhein nach Amsterdam und eben auch die jüngste zur Buga ins Havelland. Im Hennigsdorfer Hafen liegt ihr Boot, die „Muhre“. „Dann weiß hier gleich jeder, dass wir aus Leegebruch kommen“, sagt der 73-jährige Walter Gaszak, der in seiner Kindheit noch im Flüsschen Muhre gebadet hat. Seit mehr als zehn Jahren gehören sie dem Erholungs- und Wassersportverein an und beteiligen sich dort auch aktiv am Vereinsleben.

„Das Größte aber sind natürlich die Ausfahrten mit der ,Muhre‘, sagen sie. Beide haben das Binnenschifffahrts-Patent erworben.

Im Juli ging es über die Havel durch Berlin, Potsdam zunächst nach Brandenburg. Drei Buga-Standorte gibt es allein in der Wiege der Mark, wie sich die Stadt an der Havel nennen darf. „Dafür benötigt man allein einen Tag. Die Blumenschauen in der St. Johanniskirche darf man sich nicht entgehen lassen“, schwärmt die 70-jährige Monika Gaszak noch immer von der Rosenpracht. Am Packhof, wo einst Schiffe gebaut wurden, erinnern die Themengärten in ihrer Gestaltung oft an Schiffsformen und stellen so einen schönen Bezug zur Geschichte her. „Unbedingt muss man sich aber die Gärten auf dem Marienberg ansehen. Von seiner gut 30 Meter hohen Friedenswarte hat man zudem einen herrlichen Blick über Brandenburg und Umgebung“, empfehlen die Gaszak diesen Standort nicht zu vergessen.

In Premnitz konnten die Leegebrucher im Hafen direkt am Buga-Gelände ankern, Spaziergänge an der Uferpromenade durch die gestalteten Gärten und den Blick von einer Aussichtsplattform genießen. „Rathenow überzeugt mit seinem alten Park und den stattlichen Bäumen“, findet Walter Gaszak.

Von den fünf Buga-Städten liegt allein Stölln nicht direkt an der Havel. Für die Gaszaks sind Landgänge aber kein Problem. „Wir haben unsere Fahrräder immer an Bord“. In Strodehne wurde die „Muhre“ festgemacht. „Mit dem Rad sind wir dann die etwa 15 Kilometer über gut ausgebaute Feld- und Radwege nach Stölln geradelt.

Der Gollenberg, auf dem Otto Lilienthal seine Flugversuche unternommen hatte und dabei am 9. August 1896 tödlich abstürzte, ist zu einem Fliegerpark mit wechselnden Blumenrabatten und Staudenpflanzen geworden. Der Bezug zur Fliegerei wird mit Windsäcken, Steppengleitern und einer Gangway gärtnerisch hergestellt. Auch wenn es im Buga-Eintritt von 20 Euro für alle Standorte nicht enthalten ist, empfehlen die Gaszaks einen Besuch des Lilienthals Centrums, das einen beeindruckenden Abriss des Traums vom Fliegen von den Anfängen bis zur Weltraumfahrt präsentiert. 4,50 Euro zahlt ein Erwachsener für diesen Abstecher.

Havelberg, wo sich die Havel in die Elbe ergießt, war nach mehr als einer Woche die letzte Buga-Station von Monika und Walter Gaszak. „Die St- Laurentiuskirche fand ich für die Blumenschauen allerdings zu dunkel“, sagt die 70-Jährige. „Dafür ist der Weg durch duftende Kräutergärten hinauf zum Dombezirk ein besonders sinnliches Erlebnis“, ergänzt sie. Hoch- und Staudenbeete sowie ein Gärtnermarkt böten zahlreiche Anregungen für alle Gartenfreunde. „Wir haben jedenfalls eine Menge Ideen für unseren eigenen Garten, die grüne Oase hinter dem Haus, mitgenommen“, finden die Gaszaks.

Und noch eins geben die Leegebrucher Wasser- und Naturfreunde allen mit auf den Weg: „In Havelberg darf man das Haus der Flüsse nicht verpassen, das einen phantastischen Überblick über das Biosphärenreservat Mittelelbe mit seiner reichhaltigen Flora und Fauna bietet. Wir können allen nur empfehlen, das blaue Band der Havel, mit seinen reizvollen fünf Buga-Standorten noch bis 11. Oktober vom Wasser aus zu entdecken. Es lohnt sich wirklich. 20 Euro Eintritt für alle fünf Standorte sind auch eher preiswert. Man muss sich dafür aber genügend Zeit nehmen“, sagen Monika und Walter Gaszak voller Begeisterung.

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