10. Kranichwoche : Auf breiten Schwingen

Prädestiniert für den Kranichzug: Kraniche fliegen zu ihrem Übernachtungsquartier in Brandenburg.
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Prädestiniert für den Kranichzug: Kraniche fliegen zu ihrem Übernachtungsquartier in Brandenburg.

Nationalpark Unteres Odertal, Stadt Gartz, deutsche und polnische Partner bereiten 10. Kranichwoche vor

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22. September 2015, 19:03 Uhr

Der Nationalpark Unteres Odertal und seine Partner haben das Programm für die Kranichwoche abgestimmt. Das ausführliche Angebot liegt als Faltblatt in den Tourist-Informationen aus. Die bereits zehnte Kranichwoche findet vom 25. September bis 4. Oktober statt.

Mit zwei Großveranstaltungen begleitet der Nationalpark den alljährlichen Vogelzug. Das sind die Singschwantage im Spätwinter und die Kranichwoche im Herbst. „Gerade in diesen Jahreszeiten ist in der Flusslandschaft viel los“, freut sich Jeanette Fischer. Die Tourismusreferentin in der Nationalparkverwaltung bereitet die Kranichwoche mit vor.

„Das untere Odertal ist prädestiniert für den Kranichzug. Wir haben hier die Besonderheit, dass die Vögel sich bei uns auf den Feldern satt fressen und in der geschützten polnischen Fluss- aue schlafen“, erzählt Jeanette Fischer weiter. „Das machen wir uns zunutze und stricken drumherum unser Programm.“

Auf den abgeernteten Feldern geht es derzeit laut und voller Flügelschlagen zu. Für Kraniche und ihre Jungen ist Frühstückszeit. Gerade im nördlichen Bereich des Nationalparks zwischen Gartz und Mescherin ist das zurzeit schon von Weitem zu hören.

Beeindruckend ist zur Kranichwoche eine Exkursion auf den Oderdeich in Gartz. Wenn die Sonne sinkt, hört man die sich nähernden „Gru-Gru“-Rufe und Flügelrauschen. Die Kraniche nähern sich vom Feld und fliegen übern Deich ins polnische Zwischenoderland. Die Beobachter legen den Kopf in den Nacken und sind ergriffen. Mehr Natur geht nicht.

Jeanette Fischer und viele Partner zwischen Schwedt und Mescherin haben das diesjährige Programm zusammengestellt. „Das Besondere ist die deutsch-polnische Zusammenarbeit. Wir möchten, dass die Besucher auch auf die polnische Seite des Nationalparks gehen. Empfehlenswert ist das Fest in Marwice am 26. September mit Bauernmarkt und abendlicher Exkursion.“

Wie in jedem Jahr können Besucher die Kraniche bei Landexkursionen beobachten. Erneut gibt es aber auch zwei Möglichkeiten zu Wasser: Besonders nah dran an den Schlafplätzen der Kraniche ist man auf einer geführten Kanutour.

Schön ist außerdem das Beobachten des Kanicheinflugs auf dem Schiff „Marika Paech“. Es legt am 28. und 29. September sowie am 3. und 4. Oktober um 18 Uhr vom Zollhafen Gartz ab.

Zum alljährlichen Programm der Kranichwoche gehört ein Mix aus Fachvorträgen und Naturbeobachtung. „Viele Naturfreunde bringen sich dabei ehrenamtlich ein. Wir haben ein tolles Dorf-Engagement in Mescherin zum Kranichfest am 27. September“, informiert Jeanette Fischer. „Es wird gekrönt von einem Vortrag des exzellenten Naturfotografen Dieter Damschen.“

Der Gartzer Bürgermeister Burkhard Fleischmann hat die Vorbereitungen von Anfang an mitgestaltet. Er sagt: „Die Kranichwoche ist für unsere Stadt ein Wirtschaftsmotor. Hotels und Pensionen sind ausgebucht. Wer einmal vom Schiff aus Kraniche beobachtet hat, ist tief bewegt.“

Das Gartzer Stadtfest am 3. Oktober steht ganz im Zeichen des Kranichs. Im Vorfeld treffen sich Gartzer Vereine zur Feinabstimmung für dieses Fest. Ehrenamtliche Ornithologen wie Jochen Haferland und Naturschützer Axel Bieseke sind mit ihrem Fachwissen unermüdliche Ansprechpartner für Gäste aus nah und fern.

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