19 700 zusagen für Spargelfest : Ansturm auf Party in Heilstätten

Angesichts des drohenden Ansturms sind nun aber Stadtverwaltung und Polizei eingeschaltet.
Angesichts des drohenden Ansturms sind nun aber Stadtverwaltung und Polizei eingeschaltet.

Mit einem derart großen Interesse hat der Veranstalter jedoch nicht gerechnet.

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11. April 2015, 08:00 Uhr

Ein besonderes Event droht aus dem Ruder zu laufen: Per Facebook haben sich bereits mehr als Menschen zu einem Spargelfest in den Beelitzer Heilstätten bei Potsdam angemeldet. „Dass unsere Veranstaltung ankommen würde, wussten wir vorher“, sagte der Berliner Immobilienentwickler Frankl Duske. Mit einem derart großen Interesse hat der Veranstalter jedoch nicht gerechnet - zumal es eigentlich um die Vermarktung von exklusiven Wohnungen geht, die auf dem Gelände entstehen sollen. Bei einem eintägigen „Food Festival“ am 9. Mai sollen die Besucher das Gelände erkunden können. Angesichts des drohenden Ansturms sind nun aber Stadtverwaltung und Polizei eingeschaltet, wie Medien berichteten.

„Ich freue mich über das große Interesse an unserem Städtchen - aber die Teilnehmerzahl für die Veranstaltung muss begrenzt werden“, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth (parteilos). Das etwa 44  000 Quadratmeter große Gelände, das Duske und sein Kompagnon gekauft haben, ist aus Sicht der Verwaltung zu klein für einen derartigen Ansturm. Facebook sei offensichtlich der falsche Ort für die Einladung gewesen, meinte Knuth.

Der Bürgermeister und der Projektentwickler haben sich bereits verständigt, die Teilnehmerzahl des „Food Festivals“ auf 5000 zu beschränken. Dies wurde auch im Internet bekanntgegeben. Per Onlineverkauf sollen jeweils mittwochs die Tickets vergeben werden. „Wir versuchen so, etwas die Dynamik aus der Sache zu nehmen“, schilderte Duske.

Das erste Kontingent im Onlineverkauf sei binnen kürzester Zeit weggewesen. „Mittwoch ab 18 Uhr gibt es die nächsten.“ Die Karten kosten sieben Euro, inklusive Gutschein für Speisen und Getränke. „Außerdem haben wir eine ganze Fußballmannschaft angeheuert, die als Parkplatzeinweiser fungieren soll“, berichtete Duske.

In etwa zwei Wochen wollen sich Veranstalter und Bürgermeister mit der Polizei beraten. „Wir fordern unter anderem ein Verkehrskonzept“, erklärte Knuth. Seine Kommune werde Duske und sein Team dabei gerne beraten. „Wir haben Erfahrung durch unsere Spargelfeste.“ Im vergangenen Jahr hatten rund 30  000 Menschen die Altstadt des rund 6000 Einwohner zählendes Ortes besucht.

Die frühere Lungenheilanstalt in Beelitz hat eine bewegte Vergangenheit. Als Klinik von der Landesversicherungsanstalt Berlin zwischen 1898 und 1930 errichtet, wurde sie während des Ersten und Zweiten Weltkriegs jeweils zum Lazarett umfunktioniert. Nach Kriegsende 1945 übernahm die Rote Armee das Gelände. Hier fand auch der gestürzte DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker für einige Wochen Zuflucht, bevor er 1991 nach Moskau ausgeflogen wurde. Nach dem Abzug der Sowjets 1994 begann der dramatische Verfall der ehemaligen Heilstätten.

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