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Wildzentrum „Felidae“ eröffnet : Alles für die Katz’

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Neben bekannten Groß- und Wildkatzen tummeln sich in dem Artenschutzzentrum auch weniger geläufige Arten wie Fossas oder Tayras, der Karakal, auch Wüstenluchs genannt, Fischkatzen, Rostkatzen, die kleinsten Wildkatzen der Welt, oder der Jaguarrundi, eine Wieselkatze.

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erstellt am 22.Mai.2015 | 10:00 Uhr

Seit 25 Jahren kümmert sich der Tierarzt Renato Rafael um den Artenschutz von Wild- und Raubkatzen. Ab Juni öffnet er das von ihm aufgebaute Wildkatzenzentrum „Felidae“ in Tempelfelde (Barnim), in dem unter anderem Geparde und Schneeleoparden beheimatet sind, für die Allgemeinheit.

Neben bekannten Groß- und Wildkatzen tummeln sich in dem Artenschutzzentrum zwischen Tempelfelde und Grüntal auch weniger geläufige Arten wie Fossas oder Tayras, der Karakal, auch Wüstenluchs genannt, Fischkatzen, Rostkatzen, die kleinsten Wildkatzen der Welt, oder der Jaguarrundi, eine Wieselkatze. Bis zu 40 verschiedene Tiere können in dem Zentrum besucht werden, das gegenwärtig an fünf verschiedenen Artenschutzprogrammen beteiligt ist. „Ich habe 25 Jahre für die Katz‘ gearbeitet“, bringt Renato Rafael seine Leidenschaft auf den Punkt.

Durch die private Initiative ist in Tempelfelde ohne öffentliche Mittel über die Jahre hinweg eine Anlage entstanden, die sich durch individuell angelegte Gehege mit Innen- und Außenräumen für die Tiere und idyllische Rundwege für die Besucher auszeichnet.

Die Leidenschaft für die Katzenwelt hat den Tierarzt schon früh gefangen genommen. Als Kind las er in einem Comicheft seines Cousins die Geschichte von einem Jungen, der einen Puma aufzog, aussetzte und später von dem Raubtier immer wieder besucht wurde. Den Entschluss, in seinem Barnimer Heimatort Schwanebeck den ersten Puma zu besitzen, hat Renato Rafael heute ein paar Kilometer weiter um ein Vielfaches verwirklicht.

Die Idee, das Wildkatzenzentrum öffentlich zugänglich zu machen, resultiere aus einem „Bildungsauftrag“, nämlich Kinder und Jugendliche für den Artenschutz zu sensibilisieren. „Und wir können nur das schützen, was wir wirklich kennen“, sagt er. Und zu schützen gibt es viel. Alle 18 bis 20 Minuten stirbt weltweit eine Art aus, sagt Renato Rafael. Um das katastrophale Ausmaß dieser Entwicklung zu verdeutlichen, fügt er hinzu: „Andererseits vergehen Jahrtausende und Jahrmillionen, bis eine neue Art entsteht.“

Was sich aus einigen Metern Entfernung wie gefährliches Knurren anhört, entpuppt sich bei genauerem Hinhören als gutmütiges Schnurren einer jungen Gepard-Dame, jedenfalls in den Ohren von Renato Rafael. Sie und eine zweite Gepardkatze sollen für Nachwuchs sorgen. Vor drei Tagen fand die Besamung statt. Doch es sei ein Irrtum, dass eine in der Wildnis fast ausgestorbene Art durch die Aufnahme in Zoos und Gehegen „einfach so“ erhalten werden kann. Durch die geringe Zahl von Tieren komme es über Jahre hinweg zu Inzucht und damit zu genetischem Verlust, erläutert der Tierarzt. Eine fatale Folge: „Mancher Kater produziert kaum mehr lebensfähige Spermien.“ Deshalb werden im Rahmen von europäischen Erhaltungszuchtprogrammen die Tiere zwischen Zoos und Gehegen ausgetauscht. „So werden größere Populationen geschaffen“, sagt Carlo Kantwerk. Die Fossas – sie kommen nur auf Madagaskar vor und werden als ungeliebte Raubtierkatzen extrem gejagt – sind ein Beispiel für die erfolgreiche Zucht. Selten gelingt im Zoo die Vermehrung der intelligenten und flinken marderartigen Tayras. Hier hofft das Tempelfelder Wildkatzenzentrum neue Impulse setzen zu können. Einen Partnerwechsel erlebt gerade eine schwarze Leopardin, deren Begleiter nach Belgien abgegeben wurde. In drei Wochen wird ein neuer Gefährte erwartet.

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