Mutmaßlicher Täter selbst schwer verletzt : 66-Jähriger von Nachbarn erstochen

Der Tatort: Im Keller dieses Wohnhauses fand die Polizei den erstochenen Rentner.
Der Tatort: Im Keller dieses Wohnhauses fand die Polizei den erstochenen Rentner.

In Ostbrandenburg hat sich möglicherweise ein Nachbarschaftsdrama abgespielt: Die Leiche eines 66-Jährigen wurde gestern im Keller seines Wohnhauses in Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree) gefunden.

svz.de von
07. April 2015, 22:00 Uhr

Bei einer Messerattacke in Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree) hat es gestern einen Toten und einen Verletzten gegeben. Bei Letzterem handelt es sich um den mutmaßlichen Täter.

In den Mittagsstunden war bei der Polizei durch einen Verwandten zunächst eine Vermisstenmeldung nach einem 54-Jährigen eingegangen. Dieser sei bereits in den Morgenstunden in den Hühnerstall gegangen und dann nicht mehr aufgetaucht, hieß es. Da der Mann Diabetiker ist und regelmäßig Medikamente benötigt, machte sich die Polizei sofort auf die Suche nach ihm. Die Beamten fanden ihn schließlich verletzt in einem Gebüsch. Über die Art seiner Verletzungen gibt es bisher keine näheren Angaben. Aber der 54-Jährige berichtete der Polizei von einem Mann, dem er im Keller eines nahegelegenen Hauses Gewalt angetan habe. Dieses Haus befindet sich etwa 100 Meter entfernt vom Fundort des zunächst Gesuchten.

Als die Beamten in den Keller gingen, fanden sie dort einen 66-jährigen Toten. Bei der Tatwaffe soll es sich nach Informationen dieser Zeitung um ein Messer handeln. Täter und Opfer müssen sich gekannt haben, waren sogar Nachbarn. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen, aber aufgrund seiner Verletzungen in ein Klinikum gebracht. Dort wird er bewacht. Ein offizielles Verhör hat noch nicht stattgefunden. Zu den Hintergründen der Tat ermittelt die Mordkommission, die am Dienstag stundenlang den Tatort untersucht hat.

„Das ist schon erschreckend, dass so etwas in unserem Ort passiert. Man kennt so etwas zwar fast täglich aus dem Fernsehen, aber hier?“ Brieskow-Finkenheerds Bürgermeister Frank Richter war sprachlos, als er von dem Tötungsdelikt erfuhr. Selbst mitbekommen hatte er davon in seinem Büro nichts. Brieskow-Finkenheerd hat etwa 2500 Einwohner und war vor zehn Jahren schon einmal in den Schlagzeilen. Damals wurden dort mehrere tote Säuglinge gefunden. „Seitdem war hier nichts mehr passiert“, betont Richter.

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