Aus dem Gerichtssaal : Opfer mit einem Tresor erschlagen

 

 

44-Jähriger gesteht zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Frankfurt (Oder)

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10. November 2015, 08:00 Uhr

Als ein Mann zu seinen Bekannten in einen Garten nach Werbellin (Barnim) kommt, weiß er nicht, dass ihm ein „Denkzettel“ verpasst werden soll. Dafür, dass der 59-Jährige bei einigen Schulden gemacht und sich durchgeschnorrt habe, beschreibt es die Angeklagte gestern zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Frankfurt (Oder).

Der Abend am 10. April gerät irgendwann außer Kontrolle: Die 27-Jährige gibt zu, das Opfer im Streit geschlagen zu haben. Und der 44 Jahre alte Hauptangeklagte beschreibt, wie er danach einen kiloschweren Metall-Safe auf den Mann geschleudert habe. Das Opfer stirbt. Die Leiche wird später im Garten verbrannt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Maik N., dem Ex-Mann der 27-Jährigen, Mord vor. Er habe mit seiner Attacke in seinem eigenen Garten vermeiden wollen, dass das Opfer seine Ex-Frau wegen der Schläge anzeigt.

Der Angeklagte beschreibt ausführlich die grausamen Szenen, die sich an dem Abend vor sieben Monaten abspielten. Demnach fällt das Opfer bei der Attacke der Frau in eine knietiefe Grube, die sonst als Feuerstelle benutzt wird.

Maik N. schildert, wie er den neben der Grube platzierten Tresor gegriffen habe. „Ich habe den Tresor einfach hochgehoben und runtergeworfen.“ Der rund 17 Kilogramm schwere Safe habe den Kopf des Opfers getroffen, das anschließend starb. „Dann sind wir losgefahren, Alkohol trinken.“ Neben seiner Ex-Frau sei ein weiterer Bekannter auf dem Grundstück gewesen, der aber nicht angeklagt ist.

Als der Vorsitzende Richter Matthias Fuchs fragt, warum der für Wände gedachte Einbau-Tresor überhaupt an der Grube stand, gibt der 44-Jährige an, dass die Tür geklemmt habe und er sie durch die Wärme eines Feuers wieder habe beweglich machen wollen. Auf die Frage, warum er den Mann damit attackierte, sagt er: „Weiß ich nicht so genau.“ Am nächsten Tag, so beschreibt der Angeklagte es, habe er Äste auf die Leiche gelegt, Benzin darüber gegossen und angezündet. Später offenbarte er sich nach eigenen Angaben einer Nachbarin und wurde schließlich festgenommen.

Der Staatsanwalt spricht sich für die Unterbringung des 44-Jährigen in einer psychiatrischen Einrichtung aus. Er sieht auch eine verminderte Schuldfähigkeit. Hintergrund sei die Alkoholabhängigkeit des Mannes. Das Landgericht hat für den Prozess weitere Verhandlungstermine bis Ende November geplant.

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