zur Navigation springen

Zu viel Leerstand : Offensive für mehr Zuzug gefordert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verband der Wohnungsunternehmen sieht Alternative für weiteren Abriss

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Brandenburgs Wohnungsunternehmen außerhalb des Speckgürtels können ihren Leerstand nicht abbauen. Trotz des jährlichen Abrisses von 1800 Wohnungen stagniert der Anteil nicht vermietbarer Wohnungen seit Jahren bei rund 10,5 Prozent. Im Berliner Umland liegt die Quote bei 2,3 Prozent. Derzeit sind landesweit 27 000 Wohnungen ungenutzt, erklärte Maren Kern, Chefin des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), in Potsdam. In Wohnungsbauunternehmen und Genossenschaften der Prignitz, in Brandenburg an der Havel, Cottbus und Ostprignitz-Ruppin ist die Leerstandsquote 2015 sogar wieder gestiegen. Der BBU fordert deshalb eine „Wohnoffensive“. Ziel sei es, die brandenburgischen Mittelzentren für Zuzügler in die Metropolenregion attraktiver zu machen. Dazu bedürfe es mehr Werbung für die Städte. Die Vorteile der geringeren Mieten gegenüber Berlin seien zu wenigen bekannt. Die durchschnittliche Netto-Kaltmiete lag bei den Wohnungsunternehmen außerhalb des Speckgürtels 2015 bei 4,63 Euro je Quadratmeter. Für das Berliner Umland wurden 5,29 Euro ermittelt.

Zuzugsprämien für die brandenburgischen Mittelzentren könnten außerdem Anreize schaffen, sagte Kern weiter. Deshalb fordere der BBU das Land auf, die Kommunen dabei zu unterstützen.

Die Alternative wäre der fortgesetzte Rückbau. Laut Kern eignen sich mindestens 15 000 Wohnungen außerhalb des Speckgürtels für Menschen, die in die Region rund um Berlin ziehen wollen. Dazu müsste jedoch auch Nah- und Regionalverkehr weiter ausgebaut werden. Nur 32 Prozent der befragten Wohnungsunternehmen bewerteten die Verkehrsanbindungen in ihren Regionen als gut. Die größeren Städte brauchen laut BBU dreimal pro Stunde eine Zugverbindung nach Berlin.

„Wenn der Zug kommt, kann auch der Zuzug kommen“, sagte Kern. Sie verwies darauf, dass Berlin nur eine Einpendlerquote von 21 Prozent aufweist. Entsprechend groß sei das Potenzial für brandenburgische Städte, von der Attraktivität Berlins zu profitieren. Eine Sonderrolle wird Potsdam zugesprochen. Die Wohnungsunternehmen der Stadt investieren in diesem Jahr mit 124,6 Millionen Euro so viel wie nie zuvor in neue Wohnungen. Bis 2020 soll die Einwohnerzahl um 10 000 auf 177 000 steigen. Um den Bedarf zu decken, seien 4000 neue Wohnungen erforderlich.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen