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Landwirtschaft : Ökolandbau fordert Unterstützung

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Anbaufläche in Brandenburg stagniert seit zehn Jahren. Anderswo ist die Branche längst aus der Nische heraus

Brandenburger Öko-Agrarbetriebe können aus Sicht der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau die große Nachfrage nach regionalen Bio-Produkten kaum bedienen. Die Branche stagniere, eine Chance werde vertan, sagte Michael Wimmer, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg, gestern in Potsdam.

Seit zehn Jahren sei die Öko-Fläche nur unwesentlich auf 140 000 Hektar gestiegen. Er mahnte Unterstützung für Landwirte an, die auf Bio umstellen wollen. Auch Interessenten, die sich selbstständig machen wollten, benötigten Unterstützung. „Es gibt viele Informationsdefizite“, kritisierte er. Direktvermarktung bringe in berlinfernen Regionen nicht immer die erwarteten wirtschaftlichen Erfolge.

„Wir brauchen eine gute Begleitung“, betonte Wimmer. Immer noch sei Brandenburg Schlusslicht bei der Umstellung auf ökologischen Landbau. Nur zwei Jahre lang gebe es Hilfe. Erst ab dann dürften die Produkte als Bio verkauft werden, bis dahin nur als konventionelle zum geringeren Preis. „Doch mit dem Geld kann die Durststrecke nicht überstanden werden“, sagte er. „Agrarförderung endet dann, wenn das Produkt vom Acker kommt“, betonte der Sprecher des Agrarministeriums, Jens-Uwe Schade. Landesmittel seien zudem nicht so hoch, dass damit 100 Prozent Beratungen finanziert werden könnten. „Es steht aber jedem frei, sich Unterstützung und Berater zu holen“, betonte er.

Bio sei eine Perspektive für den ländlichen Raum, sagte Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Mit Existenzgründern könne der ländliche Raum am Leben erhalten werden. Bio sei ein Mittel, die Landwirtschaft umzubauen, die immer stärker in eine Sackgasse gerate.

Den existierenden Öko-Betrieben gehe es gut, betonte Sascha Philipp, Geschäftsführer des Landgutes Pretschen (Dahme-Spreewald). Es kämen aber kaum weitere hinzu. Ein Problem sei das unternehmerische Risiko.

Nach Angaben des Agrarministeriums wirtschaften mittlerweile 16 Prozent der 5400 märkischen Agrarbetriebe ökologisch. 61 Landwirte haben in diesem Jahr Förderanträge für 5000 Hektar gestellt. Ende 2016 wurden zehn Prozent der Nutzfläche ökologisch bewirtschaftet.

Bundesweit sind rund neun Prozent der Landwirte in diesem Bereich tätig.

In Brandenburg gibt es jährliche Ökoprämien von 209 Euro je Hektar Acker- und 210 Euro je Hektar Grünland.  

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