Berlin : Odeg stellt ihre Weichen

Austausch: Odeg-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann (r.) im Gespräch mit Bewerber Steffen Hilbrecht
Austausch: Odeg-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann (r.) im Gespräch mit Bewerber Steffen Hilbrecht

Ostdeutsche Eisenbahn GmbH braucht personelle Verstärkung und veranstaltete ihre erste Jobmesse.

svz.de von
11. Mai 2019, 05:00 Uhr

Mit 53 Jahren möchte Steffen Hilbrecht zurück zu den Wurzeln. Der gebürtige Leipziger steht in der Firmenzentrale der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (Odeg) in Berlin-Lichtenberg und wartet auf seinen Einsatz im Zugsimulator. Hilbrecht hat drei abgeschlossene Berufsausbildungen und arbeitet derzeit in Berlin als Fitnesstrainer und im Wellnessbereich, aber tief in sich drinnen weiß er ganz genau wofür sein Herz schlägt: für die Bahn. „Ich bin ein Eisenbahnerkind“, sagt er. Sein Vater war Lokführer, sein Onkel auch, und er selbst hat bei der Reichsbahn Fahrzeugschlosser gelernt. Nun will er noch einmal neu durchstarten und glaubt, bei der Odeg gute Chancen zu haben, um dort bis zur Rente das zu machen, was ihm wirklich Spaß macht.

Die Odeg sucht nicht nur Triebfahrzeugführer, sondern auch Servicemitarbeiter im Nahverkehr. Das Unternehmen will sich fit machen für die Zukunft. Bei Ausschreibungen von regionalen Schienennetzen hat die Odeg viele neue Strecken im Osten und Süden Deutschlands gewonnen und braucht nun dringend personelle Verstärkung. Die erste Jobmesse am Donnerstag sollte dabei helfen. Personalleiterin Martina Müller hat den Kontakt zu den Arbeitsagenturen intensiviert, die 40 Kunden zur Jobmesse geschickt haben und eine Qualifizierung zur Servicekraft im Nahverkehr mit Bildungsgutscheinen unterstützen. „Wir bilden aus, haben eine eigene Akademie gegründet und rechnen auch damit, dass mit der Übernahme neuer Strecken Mitarbeiter von Mitbewerbern zu uns kommen“, sagt sie. Auch die Zielgruppe 50plus hat sie im Auge. Erste Anfragen lägen vor, in denen Kollegen, die kurz vor der Rente stehen, mit dem Gedanken spielen, auf Minijob-Basis im Ruhestand noch ein wenig dazuzuverdienen. Und dann sind da noch die Flüchtlinge, von denen die Odeg profitieren will. Die Wipa bietet für Migranten berufsspezifische Sprachkurse an und kooperiert mit der Odeg.

Katrin Burk ist durch Zufall auf die Odeg gekommen und will als Servicemitarbeiterin mit ihr auf Reisen gehen. Die 43-Jährige hat gute Voraussetzungen, da sie viele Jahre als Flugbegleiterin bei der Lufthansa gearbeitet hat und weiß, wie man mit Kunden umgeht. „Es gibt sicher bahnspezifische Dinge, die ich lernen muss, aber ich habe eine schnelle Auffassungsgabe“, erzählt sie. Auch Christian Müncheberg möchte zur Odeg und kommt eigentlich aus der Flugbranche. Bis vor kurzem hat er am Ticketschalter des Flughafens Tegel gearbeitet und, wie er sagt, keine Lust mehr gehabt, sich von Fluggästen beschimpfen zu lassen. Nun möchte der 47-Jährige als Triebfahrzeugführer neu durchstarten.

Steffen Hilbrecht ist zuversichtlich, dass sein Traum mit der Odeg in Erfüllung geht. Nach einem Plausch mit Odeg-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann glaubt Hilbrecht: „Das hier kann man bis zur Rente machen.“

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