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Brandenburg

16. August 2017 | 23:50 Uhr

Wolfsplenum : Obergrenzen bei Wölfen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Landesjagdverband und Bauernbund stellten gestern nochmals Forderungen auf.

Das nächste Wolfsplenum findet morgen in Potsdam statt. Gestern meldeten sich Jäger und Bauern noch einmal mit ihren Forderungen zu Wort.

Brandenburgs Jäger wollen eine Obergrenze für den Wolf. „Im Süden des Landes ist die erträgliche Anzahl an Wölfen bereits erreicht, im Norden gibt es noch etwas Luft“, sagte der Präsident des Landesjagdverbands, Dirk-Henner Wellershoff, gestern vor Journalisten in Michendorf. Der Verband gehe davon aus, dass die offiziell angegebenen Zahlen von 120 bis 140 Tieren in Brandenburg eher die Untergrenze der tatsächlich vorhandenen Individuen darstelle. Man rechne selbst mit 300 bis 500 Tieren im Land. „Als Naturliebhaber sehen wir begeistert, wie sich geschützte Arten ihre Lebensräume zurückerobern“, sagte Wellershoff. „Die Probleme damit dürfen aber nicht Überhand nehmen.“

Wie Wellershoff sagte, müsse es für die Wölfe im Land Rückzugsorte geben. Auf ehemaligen Truppenübungsplätzen, in Bergbaufolgelandschaften oder in Naturschutzgebieten könne sich die Art ungehindert ausbreiten. „Im Besiedlungsraum ist die Art dagegen nicht erwünscht und nicht gewollt“, sagte Wellershoff. Dort setze man sich für eine konsequente Vergrämung von Wölfen ein. Um die Ausbreitung der Wölfe weiter zu verfolgen, hat der Landesjagdverband für seine Mitglieder nun eine App programmieren lassen: Die bislang schon mehr als 150 Jäger, die in Wolfskunde geschult wurden, können damit nun mit genauen GPS-Daten Spuren von Wölfen oder gerissene Tiere melden. „Das vereinfacht das Monitoring der Wölfe ungemein“, sagt der Wolfsbeauftragte des Landesjagdverbands, Robert Franck. „Ein Handy hat heute ja schließlich jeder dabei.“ Dadurch solle mehr Licht in das Dunkel um die Zahl der Wölfe, deren Ausbreitung und die Zahl der Wolfsrisse gebracht werden. Wenn morgen das nächste Plenum zur Evaluierung des Wolfsmanagement des Landes stattfindet, wollen sich die Jäger jedenfalls dafür einsetzen, den nächsten Managementplan erneut auf maximal drei Jahre, eventuell sogar noch kürzer, zu befristen. Nötig seien zudem schnellere Entscheidungen im Umgang mit so genannten Problemwölfen: Vergrämungsmaßnahmen sollten innerhalb von 24 Stunden genehmigt werden, die als „Entnahme“ bezeichnete Tötung auffälliger Tiere innerhalb von 48 Stunden.

Geht es nach den Vertretern des Bauernbundes, der die bäuerlichen Klein- und Familienbetriebe im Land vertritt, müsste sogar noch drastischer gehandelt werden: Jeder Wolf, der sich Siedlungen, Menschen oder Viehweiden auf weniger als 1000 Meter nähert, sollte sofort erschossen werden, schrieb der Geschäftsführer des Bauernbundes, Reinhard Jung, in einem Brief an Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde, das dieser Zeitung vorliegt. Zwischen November und Februar sollte dort, wo eine zu hohe Rudeldichte absehbar zu Problemen führen werde, zudem der reguläre Abschuss ganzer Rudel möglich sein. „Erst wenn der Wolf in Brandenburg seine natürliche Scheu zurück gewonnen hat und eine ganz normale jagdliche Bewirtschaftung des Bestandes stattfindet wie bei jeder anderen Wildtierart auch, kann von einem Wolfsmanagement gesprochen werden.“Alles andere sei ein Angriff auf die Weidetierhaltung und werde aufs Schärfste verurteilt.  

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erstellt am 25.Apr.2017 | 05:00 Uhr

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