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Nach der Elbeflut : Noch fünf Jahre Wiederaufbau

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ein Jahr ist es her, dass das trübe Wasser der Elbe weite Teile Ostdeutschlands unter Wasser setzte. In der Prignitz und vor allem auch in Sachsen-Anhalt wurden Häuser überflutet. Und die Schäden von damals sind noch längst nicht behoben.

Ein Jahr ist es her, dass das trübe Wasser der Elbe weite Teile Ostdeutschlands unter Wasser setzte. In der Prignitz und vor allem auch in Sachsen-Anhalt wurden Häuser überflutet. Und die Schäden von damals sind noch längst nicht behoben: Bis zu fünf Jahre könne es dauern, bis der Wiederaufbau abgeschlossen ist, schätzt die Diakonie-Katastrophenhilfe. „Die Hauptarbeit liegt noch vor uns“, sagt Direktorin Cornelia Füllkrug-Weitzel.

Gestern zog das evangelische Hilfswerk in Magdeburg eine vorläufige Bilanz. Vorläufig deshalb, da nach Angaben des Direktors des Fluthilfebüros, Stephan Schröer, das Hilfswerk noch immer drei bis fünfzehn neue Förderanträge pro Tag erreichten. Bislang seien rund 760 Anträge zu Wiederaufbauhilfen bearbeitet worden. Nach der Flut hatte die Diakonie insgesamt 26 Millionen Euro für die Katastrophenopfer erhalten. Davon waren 21,5 Millionen Euro private Spenden sowie 4,8 Millionen Euro Zuwendungen etwa der Deutschen Bank-Stiftung. Fest verplant seien von dieser Summe bislang rund zehn Millionen Euro. „Aber die schweren Fälle, bei denen es vielleicht auch keine staatliche Hilfe mehr gibt, kommen erst noch.“

Verärgert zeigten sich die Vertreter des Hilfswerks über das komplizierte Verfahren bei der Bewilligung der staatlichen Hilfsgelder. „Die Antragsformalien sind so kompliziert und aufwendig, dass Menschen den Mut verlieren und es nicht wagen, noch einmal neu anzufangen“, so Füllkrug-Weitzel. Viele, die schon nach der Elbeflut 2002 ihr Haus wieder aufbauen mussten, seien heute alt und krank oder lebten von staatlichen Transferleistungen. „Hier darf die finanzielle Hilfe nicht dadurch hinausgezögert werden, dass zunächst einmal die Bedürftigkeit erneut nachgewiesen werden muss.“

Zudem liefen noch immer Verfahren zur Rückforderung staatlicher Hilfsgelder aus der Flut 2002. Familien, die von diesen Verfahren betroffen seien, stünden nun erneut vor der Frage, einen Antrag auf Hilfe zu stellen. „Wo kommen wir denn hin, wenn wir jedermann Betrugsabsichten unterstellen, und es in elf Jahren nicht schaffen, solche Vorwürfe aus der Welt zu räumen?“ Doch auch die Diakonie selbst sei noch immer mit Förderanträgen zur Beseitigung von Flutschäden aus dem Jahr 2002 beschäftigt.

„Sorgfalt geht vor Eile“, so Füllkrug-Weitzel. Wichtig sei auch die Vorbeugung: „Wir werden die nächste Flut nicht verhindern können“, so Füllkrug-Weitzel. „Aber wir können durch Katastrophenvorsorge Risiken und Schäden reduzieren.“

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