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Brandenburg

12. Dezember 2017 | 11:31 Uhr

Neubau : Nicht schön, aber funktional

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Hochmoderne Arbeitsplätze in der neuen Polizeiinspektion Havelland / Gesamtkosten von rund zehn Millionen Euro

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2017 | 05:00 Uhr

Nicht schön, aber funktional: In Falkensee haben am Mittwoch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Finanzminister Christian Görke (Linke) und Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) den Neubau der Polizeiinspektion Havelland an der Finkenkruger Straße symbolisch per Schlüsselübergabe offiziell eingeweiht - bei laufendem Betrieb. Bereits vor mehr als einer Woche waren die Beamten aus der Baracke in der Kochstraße ausgezogen.

Manche können es immer noch nicht glauben, dass die Polizei nun auch in Falkensee tatsächlich eine neue Heimat gefunden hat. Die Beamten vor Ort wohl am allerwenigsten, schließlich mussten sie Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen, die in der Kochstraße landesweit beispiellos katastrophal waren.

Selbst Woidke konnte sich noch gut daran erinnern. Er war es, der seinerzeit noch als Innenminister 2011 den Neubau der Inspektion endlich und endgültig auf den Weg gebracht hatte. Zuvor hatte es bereits Jahre lang andauernde Diskussionen gegeben, mehr aber nicht. „Es war die absolut richtige Entscheidung. Für die Polizei waren die Arbeitsbedingungen alles andere als gut. Die Baracke hat auch in der Außendarstellung ein schlechtes Bild abgegeben. Es ist mit Blick auf die Herausforderungen längst an der Zeit gewesen, die Rahmenbedingung zeitgemäß anzupassen. Die Polizei hat den nötigen Respekt verdient“, betonte der Ministerpräsident.

Finanzminister Christian Görke, der den „bemerkenswerten DDR-Charme“ des alten Objektes nicht vermissen wird, sprach von einer „Zäsur“ - im positiven Sinne: „Das neue Polizeiinspektionsgebäude ist zwar schlicht, dafür aber funktional. Ich bin davon überzeugt, dass sich die Investition doppelt lohnen wird. Zum einen für die Polizistinnen und Polizisten, die nunmehr über moderne und funktionelle Arbeitsplätze verfügen. Und zum anderen für die Bürgerinnen und Bürger, die jetzt Ansprechpartner an einem zentralen Polizeistandort haben.“

In dem Neubau, der Ende November fertiggestellt wurde, werden 107 Beamte, darunter die Polizisten der Wach- und Wechseldienste, Streifenbeamte, Revierpolizisten, Kriminalbeamte und Hundeführer, ihren Dienst verrichten – plus sechs Verkehrspolizisten. Investiert wurden insgesamt 10,1 Millionen Euro. „Wir sind im Zeit- und Kostenrahmen geblieben“, so Görke weiter. Karl-Heinz Schröter: „Es gibt doch noch Bauprojekte, die planmäßig fertig werden.“ Obgleich auch er von der Optik der Polizeiinspektion nicht ganz überzeugt ist, freute er sich vor allem für die Polizisten vor Ort, die nunmehr über sehr gute Voraussetzungen für ihre Arbeit in der Region verfügten. Dass auch eine Raumschießanlage der Fachhochschule der Polizei, die auf dem neuesten Stand der Technik ist, nun Bestandteil des Neubaus ist, lobte er ausdrücklich: „Wir brauchen schließlich gut ausgebildete Polizisten.“

In der rund 330 Quadratmeter großen Raumschießanlage befindet sich eine automatische Bildwandanlage, ein Videoprojektionssystem, eine digitale Schützenaufzeichnung sowie eine Lichteffekt- und Beschallungsanlage. All das soll gewährleisten, dass die havelländischen Polizeibediensteten zukünftig modern und effizient trainieren können – etwa mit der neuen Maschinenpistole MP7.

Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke, der im Beisein von Direktionschef Peter Meyritz den Schlüssel an Hausherr Lutz Gündel, Leiter der Polizeiinspektion, überreichte, meinte: „Es ist ein erfolgreicher Tag. Die Polizei steht vor großen Herausforderungen. Wir brauchen kurze Wege, um Zeit zu sparen. Mit der neuen Polizeiinspektion erfüllen wir diese Voraussetzungen für ein effizientes Arbeiten.“

Mörke lobte zudem den Einsatz der Polizei gegen die Einbruchskriminalität in Falkensee. Mit Blick auf die aktuellen Zahlen könne ein positiver Trend ausgemacht werden. „Die Bilanz ist erfreulich. Die Kriminalitätszahlen sind zurückgegangen – und zwar gewaltig. Wir sprechen von einem Rückgang im zweistelligen Bereich der Prozente. Das ist erheblich“, betonte er.

Die Polizeiinspektion Havelland umfasst eine Fläche von rund 1700 Quadratkilometern mit mehr als 150 000 Einwohnern. Sie gliedert sich in die Polizeireviere Falkensee, Nauen und Rathenow.

Im vergangenen Jahr wurden die Beamtinnen und Beamten im Gebiet der Polizeiinspektion Havelland zu rund 17 000 Einsätzen gerufen. Damit wurden durchschnittlich jeden Tag 39 Straftaten erfasst und elf Verkehrsunfälle aufgenommen. Unter der Regie des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen (BLB) ist nun in Falkensee ein neuer Polizeistandort entstanden – ein kompaktes, ein- bis zweigeschossiges Gebäude mit sechs Innenhöfen.

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