Rettungsflieger in neuruppin : Neuruppin möchte einen Helikopter

Vertrauter Anblick in der Region: Christoph 39 im Einsatz in Wittenberge.
Vertrauter Anblick in der Region: Christoph 39 im Einsatz in Wittenberge.

Landkreis wünscht sich Luftwache für Notarzt-Einsätze. Einsatzzeiten würden sich verkürzen.

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14. Dezember 2017, 18:27 Uhr

Die Prignitz hat einen, die Nachbarn in Ostprignitz-Ruppin nicht: einen Rettungshubschrauber. Nun werden Wünsche geäußert.

Ostprignitz-Ruppin ist ein weißer Fleck im Land, was Rettungsflieger betrifft. Solche Helikopter gibt es derzeit in Nordbrandenburg nur in Perleberg, Angermünde oder in Berlin beziehungsweise im mecklenburgischen Neustrelitz. Doch nun wollen auch die Ruppiner Kliniken über ein solches Fluggerät für Rettungseinsätze verfügen. „Wir haben hier eine Ballung an Kompetenz und wollen sie aufrechterhalten“, so Kliniken-Geschäftsführer Matthias Voth in dieser Woche. Ein Rettungshubschrauber-Standort gehöre einfach dazu.

Der Landkreis, dem die Kliniken gehören, unterstützt das vollends – und muss, wie Voth betont, auch die Trommel dafür rühren. Denn Rettung aus der Luft ist Landessache. Die Helikopter werden also grundsätzlich von Potsdam aus finanziert.

Laut Landrat Ralf Reinhardt (SPD) sei das Fluggerät nicht nur ein Standort-, sondern auch ein „essenzieller Versorgungsfaktor“ für die Region. Tatsächlich erhofft sich der Kreis, damit auch die durchschnittlichen Hilfsfristen verringern zu können – also jene Zeit, die vom Eingang des Notrufs bis zum Eintreffen von Einsatzkräften am Ort des Vorfalls vergeht.

Ostprignitz-Ruppin steht wegen der großen Fläche des Kreises nicht so günstig da wie andere Brandenburger Regionen, weshalb auch der Bau neuer Rettungswachen erwogen wird. „Die Anschaffung eines Hubschraubers ergänzt den bodengebundenen Rettungsdienst“, so Kreis-Sprecherin Britta Avantario. Der Kreis sei sich sicher, dass ein Hubschrauber sich positiv auf die Hilfsfristerfüllung auswirkt. Laut Land muss diese in 95 Prozent aller Fälle eingehalten werden, sie beträgt 15 Minuten.

Gerade der Klinikstandort bietet laut Avantario beste Voraussetzungen als Standort für solch einen Hubschrauber: Es gebe bereits eine gute notfallmedizinische Ausstattung. Patienten könnten dort zudem schnell und umfassend versorgt werden.

Überdies könne ein Neuruppiner Hubschrauber die Helikopter an den Standorten Berlin, Perleberg, Neustrelitz oder Angermünde vertreten, falls diese im Einsatz sind.

Einen Hubschrauberlandeplatz zu etablieren, würde wohl mehrere Millionen Euro kosten. Hinzu kämen Beträge für den Unterhalt und das Zusatzpersonal: Pilot, Notfallarzt und -sanitäter. „Bisher hat das Land lediglich mitgeteilt, dass die Argumente des Landkreises bei der Überprüfung der Notfallstrukturen weiter zu prüfen sind“, so Avantario.

Ob der Wunsch in Erfüllung geht, ist fraglich. Seit Juni 2008 ist der Perleberger Rettungshubschrauber Christoph 39 in Perleberg im Einsatz. Jahre hatte es gebraucht, die Stationierung bewilligt zu bekommen. Maßgeblichen Anteil daran hatte die damalige Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD), heute Bundestagsabgeordnete. Das Leben ihrer Tochter verdankt sie dem Einsatz eines Rettungsfliegers.

Schon mit Erteilung der Genehmigung für den Standort war festgelegt worden, dass der Einsatzradius von Christoph 39 kreis- und länderübergreifend erfolgt. Er liegt zwischen 50 und 70 Kilometern. Schwerin erreicht der Helikopter in nur 18 Minuten. Nach eigenen Angaben hatte der ADAC, der das Fluggerät betreibt, rund 1,6 Millionen Euro in die neue Station investiert. Der Landkreis errichtete zeitgleich für 850 000 Euro die Rettungswache.

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