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Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt : Neues Ankunftszentrum für Flüchtlinge eröffnet

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Registrierung der Asylbewerber und Bearbeitung der Asylanträge sollen beschleunigt werden.

svz.de von
erstellt am 28.Jul.2016 | 04:45 Uhr

Etwas unsicher steht ein junger Mann vor der Schranke der brandenburgischen Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree). „I am a new one“, stellt sich der Neuankömmling dem Wachmann vor, der nach seinen Papieren fragt. Bereits eine halbe Stunde später wird der Flüchtling aus Sri Lanka im neuen Ankunftszentrum der Einrichtung fotografiert und werden seine Ausweisdaten aufgenommen. Direkt danach gibt er im Nebenraum seine Fingerabdrücke ab. „Die Fingerabdrücke gehen auf elektronischem Weg direkt an das Ausländer-Zentralregister“, erläutert der Leiter der Erstaufnahme, Frank Nürnberger.

Dort haben auch alle deutschen Ausländerbehörden und Polizeidienststellen Zugriff. „Innerhalb von zehn Minuten bekommen wir Bescheid, ob diese Fingerabdrücke bereits registriert wurden.“ Etwa in einem sicheren Drittstaat, der nach dem Dublin-Abkommen die Menschen dann wieder zurücknehmen muss. „Dies liegt in 60 bis 70 Prozent der Fälle vor“, sagt Uwe Hanschmann, Leiter des Ankunftszentrums. Denn Deutschland ist komplett von sicheren Drittstaaten umgeben. Doch wie schnell die Flüchtlinge zurückgebracht werden können, hängt von der Bereitschaft der dortigen Behörden zur Zusammenarbeit ab.

Anschließend können die Flüchtlinge bei einer Anhörung gleich ihren Asylantrag stellen und erläutern. Im Wesentlichen geht es um eine Einteilung in die drei Kategorien A (gute Bleibeperspektive), B (sichere Herkunftsstaaten) und C (langwierige Prüfung). „Zur Kategorie A gehören Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien, Christen aus dem Irak und Eritreer“, erläutert Hanschmann. Diese erhalten meist innerhalb von zwei Tagen einen positiven Bescheid und werden in dem Ankunftszentrum direkt zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit weitergeleitet und dort direkt mit ihren Qualifikationen registriert.

So können sie die Erstaufnahme schnell verlassen und direkt nach der Ankunft in den Kommunen von den Arbeitsagenturen weitervermittelt werden. „Arbeit ist die beste Form der Integration“, unterstreicht die Chefin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Jutta Cordt. Derzeit seien 4000 Flüchtlinge in Brandenburg arbeitslos gemeldet. Viele andere seien in vorbereitenden Maßnahmen.

Für Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz-Schröter (SPD) ist mit der Eröffnung des Ankunftszentrums ein Meilenstein bei der Registrierung und schnellen Integration von Flüchtlingen geschafft. „Die teils chaotischen Szenen, die es zum Höhepunkt des Flüchtlingsstroms im vergangenen Herbst gab, werden sich nun nicht wiederholen.“

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