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Wandlitz : Neue Hoffnung für einstige FDJ-Hochschule Bogensee

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Das Areal in Wandlitz mit der dazugehörigen Goebbels-Villa hat mehrere Interessenten / Viele Übernahmen des Geländes scheiterten bereits

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2014 | 11:50 Uhr

Fünf Monate ist es inzwischen her, dass die weltweite Ausschreibung für die frühere Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ zu Ende ging. Doch noch immer ist unklar, ob die geschichtsträchtige Immobilie endlich einen neuen Besitzer bekommt.

Seit 15 Jahren stehen die mächtigen Gebäude auf dem weitläufigen Areal am Bogensee nun schon leer. Fast genauso lange will Berlin die einstige FDJ-Kaderschmiede nahe Wandlitz (Barnim) verkaufen. Das jüngste Ausschreibungsverfahren ist bereits der dritte Versuch. Beim zuständigen Liegenschaftsfonds in Berlin gibt man sich diesmal immerhin vorsichtig optimistisch. Mehrere Interessenten hätten sich gemeldet, berichtet Sprecherin Marlies Masche.

Derzeit würden die Konzepte gemeinsam mit der Gemeinde und dem Landkreis gesichtet. Das Prozedere könne noch einige Zeit dauern. Wie viele Interessenten es gibt und welche Ideen sie vorgelegt haben, will Masche vorerst nicht verraten.

Zuletzt war im Jahr 2006 ein internationales Interessenbekundungsverfahren erfolglos geblieben. Das Echo war dermaßen verhalten, dass es zum geplanten Bieterverfahren im Anschluss erst gar nicht kam. Liegenschaftsfonds-Sprecherin Masche spricht von einem „komplizierten Objekt“.

Problematisch ist zum Beispiel die Größe. Das waldreiche Gelände am Rande des Naturparks Barnim misst mehr als 16 Hektar. Zudem stehen die Objekte unter Denkmalschutz. Mögliche Käufer müssen sich also an entsprechende Auflagen halten. Und der Verkäufer seinerseits will unbedingt verhindern, dass der Ort zu einer neuen Wallfahrtsstätte für Neonazis wird. Denn mit seiner Goebbels-Villa hat das Areal durchaus eine „gewisse Geschichte“, wie Masche meint. „Dieser Hintergrund soll bei einer künftigen Nutzung nicht im Vordergrund stehen.“

Einst gab es am Bogensee nur diese eine Villa. Reichspropagandaminister Joseph Goebbels bezog sie 1939. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude der FDJ übergeben, die dort ihre Jugendhochschule „Waldhof am Bogensee“ einrichtete. In den 1950er Jahren ließ die DDR-Führung das angrenzende Gelände zu einer parkähnlichen Anlage umgestalten. Nach der Wende nutzte der „Internationale Bund für Sozialarbeit“ das Areal, das nun mehr und mehr verwuchert.

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