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Testzentrum : Neue Getriebe für Großraumflieger

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Triebwerkshersteller Rolls Royce erweitert Werk in Dahlewitz für 80 Millionen Euro mit zwölf Millionen Euro Landesförderung.

svz.de von
erstellt am 09.Nov.2017 | 05:00 Uhr

Rolls-Royce will ab 2025 eine neue Generation von Triebwerken für Großraumflugzeuge auf den Markt bringen. Dazu eröffnete der britische Triebwerkhersteller gestern an seinem brandenburgischen Standort in Dahlewitz (Teltow-Fläming) ein Testzentrum für Getriebe. Anvisiert ist laut Unternehmen, dass das sogenannte UltraFan-Triebwerk mindestens 25 Prozent sparsamer und damit auch emissionsärmer ist als die erste Generation der Rolls-Royce Trent-Triebwerke, die vor 25 Jahren entwickelt wurden.

Geprüft wird ein Element des Triebwerks, das Reduktionshauptgetriebe. Die anderen Teile werden in England gefertigt, wie es hieß. Zum ersten Mal wurde die sogenannte Power Gearbox bereits im Oktober 2016 getestet. Seither wurden die Anlagen nach und nach erprobt, in Betrieb genommen und jetzt offiziell eröffnet. Rolls-Royce arbeitet mit Partnern an der Technologie. Aufträge von Kunden zu der geplanten Triebwerkgeneration gebe es bislang nicht.

Vom europäischen Flugzeugbauer Airbus, der den weltgrößten Passagierjet A380 herstellt, hieß es auf Anfrage: „Wir sind stets im engen Austausch mit Rolls Royce und anderen Triebwerkherstellern, um die Antriebstechnologie voranzutreiben und die Effizienz weiter zu erhöhen.“ Jüngstes Beispiel seien die NEO-Versionen der Triebwerke unter anderem von Rolls-Royce. „Unser gemeinsames Bestreben nach höherer Effizienz, Kraftstoffersparnis und Emissionsreduzierung erstreckt sich dabei über alle Flugzeugfamilien.“ Die Physik der Getriebefan-Architektur, wie sie Rolls-Royce in Dahlewitz testet, ist im Grunde nicht neu. Was das Ganze besonders macht ist die Größenordnung, die Rolls-Royce anvisiert.

Auch die Triebwerkhersteller Pratt & Whitney und MTU Aero Engines arbeiteten schon gemeinsam an einem Getriebefan – für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge. Zum ersten Mal war bei dieser Entwicklung ein Getriebefan-Triebwerk laut MTU im Jahr 2013 in einem fliegenden Prüfstand. Ab 2016 kam sie den Angaben zufolge bei Airlines in den Liniendienst.

Aktuell fliegen nach MTU-Angaben von den Flugzeugtypen A320neo und CSeries von Bombardier 94 Jets bei 16 Fluggesellschaften. Weltweit hätten mehr als 80 Fluglinien mehr als 8000 Getriebefan-Antriebe bestellt. Die neue Technologie spart den Angaben zufolge je 16 Prozent bei Kraftstoffverbrauch und CO2-Emmissionen ein. Es gebe auch Überlegungen, die Technologie für Großraumflugzeuge zu entwickeln.

Neben vielen Tests werden am Rolls-Royce-Standort Dahlewitz auch Triebwerke hergestellt – unter anderem für den Langstreckenjet A350. Das britische Unternehmen ist seit den 1990er Jahren in Dahlewitz. Dort arbeiten mehr als 2500 Mitarbeiter. Einen weiteren deutschen Standort für den Bereich Luftfahrt hat Rolls-Royce im hessischen Oberursel.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) sagte gestern anlässlich der Eröffnung, dass Rolls-Royce einen erheblichen Anteil an der Erfolgsgeschichte der Luftfahrtindustrie in der Hauptstadtregion habe. Von den 80 Millionen Euro, die Rolls-Royce für das neue Testzentrum in die Hand nahm, habe das Land Brandenburg rund zwölf Millionen als Förderung beigesteuert. Gerber hob auch die Kooperationspartnerschaften zwischen Rolls-Royce und der Wissenschaft im Land hervor.

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