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50Hertz investiert kräftig : „Netzausbau wirkt“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Netzbetreiber muss weniger Geld für Management des Öko-Stroms ausgeben. 2016 rund 737 Millionen Euro investiert.

svz.de von
erstellt am 15.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Das ostdeutsche Leitungsnetz wächst – um den Wind- und Solarstrom in Regionen bringen zu können, wo er tatsächlich gebraucht wird. Der Netzbetreiber 50Hertz hat deshalb weiter kräftig investiert. Und auch die Zahl der Mitarbeiter nimmt zu.

In den vergangenen Jahren hat der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz stets die ständig wachsenden Kosten für das sogenannte Redispatch beklagt. Gemeint sind Kosten für das Herauf- und Herunterregeln konventioneller Kraftwerke sowie von Wind-, Solar- und Biomasseanlagen, um das Stromnetz vor Überlastung zu schützen. Damit ist erst einmal Schluss. Denn: „Netzausbau wirkt“, sagt Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz. Hatten sich noch 2015 die Redispatch-Kosten auf 354 Millionen Euro fast vervierfacht, konnten sie 2016 fast halbiert werden, auf 180 Millionen Euro.

Schucht führt das vor allem auf die Inbetriebnahme des ersten Systems der Südwest-Kuppelleitung („Thüringer Strombrücke“) Ende 2015 zurück. Dass dadurch Strom aus dem 50Hertz-Netzgebiet, das ganz Ostdeutschland und Hamburg umfasst, Richtung Süden transportiert werden konnte, habe wesentlich zu der Kostenreduzierung beigetragen. Ebenfalls neu: Der Anteil des Öko-Stroms, der 2014 bei 42 Prozent und 2015 bei 49 Prozent gelegen hatte, ging 2016 leicht auf 48 Prozent zurück. Was aber trotzdem deutlich über dem deutschen Durchschnitt von 32 Prozent liegt. Weshalb man bei 50Hertz auch selbstbewusst meint: „Bei uns lässt sich lernen, wie man mit solchen Mengen erneuerbarer Energie umgeht.“ Und das machen dann auch viele in- und ausländische Delegationen. Von besonderem Interesse dabei ist Neuenhagen bei Berlin (Märkisch-Oderland), wo 50Hertz das sogenannte Transmission Control Centre, die Stromleitzentrale für Ostdeutschland und Hamburg, betreibt.

Der Nettoexport von Strom in benachbarte deutsche oder ausländische Netzgebiete legte noch einmal um eine Terrawattstunde auf 40,4 TWh zu – da laut Schucht deutschlandweit insgesamt 53,7 TWh exportiert wurden, sei das 50Hertz-Gebiet „wesentlicher Stromexporteur in Deutschland und Europa“.

Um diese Mengen an Öko-Strom bewältigen zu können, muss kräftig investiert werden. 50Hertz steigerte diese von 254 Millionen Euro 2012 auf 402 Millionen 2013, 572 Millionen 2014 und sogar 902 Millionen 2015. Im vergangenen Jahr betrug die Summe 737 Millionen Euro. Laut Finanzchef Marco Nix sei damit ein Niveau erreicht, das man in den kommenden fünf Jahren aufrechterhalten möchte.

Den Angaben zufolge konnte 50Hertz 33 Kilometer neue Leitungen in Betrieb nehmen, weitere 129 Kilometer befänden sich im Bau und 629 Kilometer im Genehmigungsverfahren. Und das trotz aller Widerstände von Bürgerinitiativen genauso wie von Politikern. Gemessen an den Projekten, die das 2009 in Kraft getretene Energieleitungsausbaugesetz als vordringlich definiert hat, konnte 50Hertz somit rund 55 Prozent dieser Projekte in seinem Netzgebiet realisieren. Darüber hinaus wurden 2016 drei neue Umspannwerke in Betrieb genommen, darunter in Gransee (Oberhavel).

Die anhaltenden Investitionen lassen auch die Mitarbeiterzahl steigen – aus 750 Ende 2012 sind 1000 geworden. Der Gewinn des Unternehmens, das dem belgischen Übertragungsnetzbetreiber Elia sowie dem australischen Infrastrukturfonds IFM gehört, ging aber von 199 Millionen Euro 2015 auf 128 Millionen zurück. Finanzchef Nix findet das aber „solide“.  

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