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Pflege der Fahrrinne : Neptun und Nessy im Einsatz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ein Ausflug auf dem Langen Trödel bietet Wassersportlern und Freizeitkapitänen Ruhe. Damit das so bleibt, müssen die Wasserpflanzen gestutzt werden.

svz.de von
erstellt am 22.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Gut zehn Kilometer misst der Lange Trödel auf der Strecke von Liebenwalde nach Zerpenschleuse. Wer Ruhe sucht und vor allem die Natur genießen will, der hat sich für seinen Ausflug genau die richtige Wasserstraße ausgesucht.

Jürgen Weinert aus Schönfließ wird die Strecke in gut einer Stunde schaffen. Immerhin ist der Ruheständler nicht das erste Mal auf dem Langen Trödel unterwegs. Er kommt regelmäßig. „Paddeln ist mein Hobby, so halte ich mich im Sommer fit. Außerdem ist es toll, die Natur so direkt genießen zu können“, sagt er. Ob Richtung Werbellinsee, nach Eberswalde zur alten Oder oder nach Liebenwalde und weiter nach Zehdenick, er kennt viele Strecken.

Die Familien Holz und Preiß aus Eisenhüttenstadt stehen ebenfalls am Bootssteg gleich hinter der Hubbrücke an der Forststraße in Zerpenschleuse zum Einstieg in die Boote bereit. Im Gegensatz zu Weinert haben sie für die Strecke zwei Stunden eingeplant. Sie machen hier Urlaub. Die Tour auf dem Kanal soll ein weiterer Höhepunkt sein. Eigentlich wollten sie schon vergangene Woche auf Fahrt gehen, doch hielt sie bislang das unbeständige Wetter von der Tour ab. Nach Liebenwalde soll es gehen. Im Stadthafen dort ist eine Rast geplant, dann geht es wieder zurück. Und sollten die Kräfte zwischendurch schwinden, dann haben sie vorsichtshalber sogar Proviant eingepackt, verrät das Familienoberhaupt und lacht.

Tatsächlich ist es so, dass den Wassersportlern, egal, ob sie in Liebenwalde oder in Zerpenschleuse in die Boote steigen, auf ihrer Tour viel zu sehen bekommen. Zuerst lohnt der Blick auf die teils sanierten und hübsch anzusehenden Häuser, die den Kanal flankieren. Immer wieder geht es am Ufer an schmuck angelegten Ruheorten vorbei. Ein Gruß wird von den Anliegern gern erwidert. Doch mit der Zeit werden es immer weniger Bauten, bis schließlich die Stille richtig laut und eindringlich wird. Dann einfach die Paddel aus dem Wasser nehmen und die Stille genießen. Vorbei geht es an weiten Seerosenfeldern oder Weiden, deren lange Zweige teilweise bis ins Wasser hineinragen. Lohnenswert ist auch, einfach das Boot treiben zu lassen. Wer Glück hat, der kann Libellen, vielleicht sogar einen Biber oder eben kurz unter der Wasseroberfläche kleine Fischschwärme beobachten.

Nur ab und zu stört ein kleiner Konvoi motorisierter Boote die Idylle. Viele Freizeitkapitäne nehmen den Umweg über den Langen Trödel gern in Kauf, statt auf dem ausgebauten Oder-Havel-Kanal unterwegs zu sein.

Dass diese Idylle erhalten aber ebenso die Fahrrinne nutzbar bleibt, dafür waren Hartmut Kaiser und Bernd Kunja von der Gartenbaufirma R.P. Meyer-Luhdorf aus Lübben auf dem Abschnitt des langen Trödels in Zerpenscheuse mit „Neptun“ und „Nessy“ im Einsatz. Am Bug der „Neptun“ befindet sich ein Mähbalken, mit dem Kaiser die Wasserpflanzen in der Fahrrinne stutzt. „Das muss regelmäßig gemacht werden, damit die Fahrrinne nicht zuwächst und sich die Pflanzen dann in den Schiffsschrauben verhaken“, erklärt er.

Sein Kollege folgt ihm mit der „Nessy“ und fischt mit dem angebauten Rechen die Wasserpflanzen aus dem Langen Trödel heraus. Auch wenn die beiden alle Hände voll zu tun haben, ihren Job mögen sie, weil es – zumindest bei schönem Wetter – „fast wie Urlaub ist“.

 

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