Autobahndreieck Barnim : Navi führt Autofahrer in die Irre

Nach knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit hat das alte Autobahndreieck Schwanebeck ein völlig neue Streckenführung – obendrein einen neuen Namen.
Nach knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit hat das alte Autobahndreieck Schwanebeck ein völlig neue Streckenführung – obendrein einen neuen Namen.

Wer sich am neuen Autobahndreieck Barnim allein auf die Technik verlässt, gerät leicht auf die falsche Spur

svz.de von
07. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Vier Wochen ist es her, dass das neue Autobahndreieck Barnim offiziell für den Verkehr freigegeben wurde. Eine der größten Staufallen auf dem Berliner Ring ist nun Geschichte. Dennoch werden Autofahrer an dem Knotenpunkt mitunter auch weiterhin auf eine harte Probe gestellt.

Nach knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit hat das alte Autobahndreieck Schwanebeck ein völlig neues Aussehen – und obendrein einen neuen Namen. Die Streckenführung ist grundlegend geändert worden – im Endeffekt ist der Knotenpunkt, der den nordöstlichen Berliner Ring mit der Autobahn 11 in Richtung Uckermark und Polen verbindet, heute weitaus übersichtlicher gestaltet als früher. Die meisten Fahrzeuge bleiben auf dem Berliner Ring (Autobahn 10). Dieser Verkehr läuft jetzt geradeaus durch das neue Dreieck Barnim hindurch. Dennoch besteht die Gefahr, dass sich Autofahrer verfahren. Denn wer sich aktuell allein auf sein Navigationsgerät verlässt, wird womöglich in die Irre geführt. Die Geräte werden noch eine Weile brauchen, bis sie an die neue Streckenführung angepasst sind, sagt Cornelia Mitschka, Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen.

Der Berliner Ring wurde auf einer Länge von mehr als drei Kilometern ausgebaut. Wo sich Autofahrer früher durch enge Kurven und Tempolimits schlängeln mussten, führen jetzt drei statt zwei Fahrspuren pro Richtung durch das Dreieck Barnim. Die A11 wurde auf drei Kilometern Länge um- und die Bundesstraße 2 auf zwei Kilometern Länge neu gebaut. Daneben entstanden sieben neue Brücken, zwei wurden saniert. Die längsten Brücken sind die sogenannten Überflieger. Sie verbinden den Berliner Ring mit der A11.

Hinzu kommt, dass es die Abfahrt Berlin-Weißensee nicht mehr gibt, sie wurde im Zuge der Umbauarbeiten verlegt. Nun führt die B2 direkt in das Autobahndreieck. Und das aus gutem Grund. Denn früher war der nur wenige hundert Meter große Abstand zwischen der Anschlussstelle und dem Dreieck ein echtes Problem wegen des Ein- und Ausfädelungsverkehrs.

Die bislang gewohnte Fahrt ist somit passé. Deshalb sollten sich Autofahrer vorerst statt auf ihr Navigationsgerät einzig auf die Beschilderung verlassen, rät Verkehrsexpertin Mitschka. „Die neuen Schilder sind im Vergleich zu den alten wirklich groß und kaum zu übersehen.“ Für das neue Dreieck wurde extra eine Über-Kopf-Beschilderung angefertigt.

Immerhin läuft der Verkehr nach den Bauarbeiten reibungslos. Zu vermehrten Unfällen ist es seit der Freigabe des Dreiecks nicht gekommen, berichtet ein Sprecher der Polizeidirektion Ost in Frankfurt (Oder).

Der rund 58 Millionen Euro teure Ausbau war dringend notwendig geworden. Immerhin passieren täglich rund 70 000 Autos den Knotenpunkt zwischen A10 und A11, um in Richtung Prenzlau, Usedom oder Stralsund zu rollen beziehungsweise nach Frankfurt (Oder) und Hamburg oder Potsdam zu fahren. Vor allem an den Wochenenden staute sich der Ausflugsverkehr. Außerdem kreuzen viele Lastwagen im Transitverkehr von Polen nach Hamburg und umgekehrt das Dreieck.

Derzeit konzentrieren sich die weiteren Arbeiten am Berliner Ring auf die Fertigstellung des Dreiecks Havelland, an dem sich die Autofahrer noch bis 2015 auf Einschränkungen einstellen müssen. Außerdem geht der sechsspurige Ausbau des Abschnitts zwischen den Dreiecken Barnim und Pankow weiter. Derzeit stehen im gesamten Brandenburger Autobahnnetz bereits auf 330 Kilometern Länge pro Richtung drei Spuren zur Verfügung. Auf dem südlichen Ring bei Potsdam wird die Autobahn sogar auf acht Spuren erweitert, um das gestiegene Verkehrsaufkommen zu bewältigen.

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