Naturschutz feiert 20. Geburtstag

Naturschützer Norbert Schneeweiß hält  in der Tierschutzstation Rhinluch  zwei europäische Sumpfschildkröten. dapd
Naturschützer Norbert Schneeweiß hält in der Tierschutzstation Rhinluch zwei europäische Sumpfschildkröten. dapd

von
25. September 2010, 01:57 Uhr

Linum | Manchmal ist Norbert Schneeweiß selbst noch von der Artenvielfalt im Rhinluch bei Linum überrascht. Obwohl der 50-jährige Chef der Naturschutzstation Rhinluch die einzigartige Landschaft mit ihren Teichen und Mooren auswendig kennt, lässt er sich vor allem von Neuankömmlingen immer wieder aufs Neue faszinieren. "Wenn ich auf dem Rhin fahre und absolute Seltenheiten wie Fischotter, Rohrdommeln oder eine Trauerseeschwalbe sehe, bin ich einfach hin und weg", sagt Schneeweiß. Dass er indes wieder seltene Tiere in der Moorlandschaft beobachten kann, hat er seinem eigenem Engagement und dem von rund 150 Naturliebhabern zu verdanken. Nach der Wende begannen Schneeweiß und seine Mitstreiter damit, in Linum ehemalige Ackerflächen zu kaufen.

Mit Ausstellungen, Exkursionen und einem Handwerksmarkt feiern mehrere Brandenburger Naturschutzgebiete an diesem Wochen ihr 20. Jubiläum. Im Mittelpunkt stehen neben der Naturschutzstation Rhinluch in Linum das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin sowie der älteste und kleinste Brandenburger Naturpark Märkische Schweiz rund um Buckow, wie das Umweltministerium und das Landesumweltamt in Potsdam mitteilten.

Ein kleines Hoffest soll Naturinteressierte in die Welt des nassen und wilden Rhinluches entführen. Bei Touren sollen den Besuchern Kraniche und Kibitze sowie Biberbaue gezeigt werden. Im Mittelpunkt des Programms aber steht die europäische Sumpfschildkröte. "Das ist unser derzeitiges Sorgenkind. Von den schwarz-gelb-gefleckten Reptilien gibt es vielleicht noch 150 Exemplare", sagt Schneeweiß.

Damit zum Jubiläum auch jedermann die scheuen Tiere, die in der Naturschutzstation gezüchtet und anschließend ausgewildert werden, zu Gesicht bekommt, fahren Schneeweiß und seine Mitarbeiter mit einer Unterwasserkamera den Grund eines Aufzuchtteiches und übertragen die Bilder live auf eine Leinwand. 20 Jahre Naturschutz haben neben Flora und Fauna auch das Dorf Linum selbst verändert. Denn während sich zu DDR-Zeiten nur die in der nahen Garnisonstadt Neuruppin stationierten russischen Offiziere für die abertausenden Zugvögel interessierten und jährlich große Jagden veranstalteten, strömen nunmehr zehntausende Touristen alljährlich zum Kranichzug nach Linum.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen