Gewässernutzung : Naturschützer bremsen Angler aus

Angler dürfen auf immer weniger Gewässern Fische fangen.
Foto:
Angler dürfen auf immer weniger Gewässern Fische fangen.

Verband beklagt, dass den Petrijüngern immer häufiger die Nutzung von Gewässern untersagt wird

svz.de von
02. Mai 2017, 05:00 Uhr

Der Landesanglerverband (LAV) beklagt den Verlust von Gewässerflächen in Brandenburg. So seien in der jüngsten Vergangenheit mehr als ein Dutzend Angelgründe in den Besitz von Naturschutzverbänden übergegangen, vor allem in der Uckermark. Die Folge sei, dass dort gar nicht mehr oder nur in stark eingeschränktem Umfang geangelt werden dürfe, erklärt Andreas Koppetzki, Hauptgeschäftsführer des Landesanglerverbands.

„Wir gehen dagegen vor, weil von den Verbänden fachfremde Argumente dafür genutzt werden, uns zu vertreiben“, sagt Koppetzki. „Wir sind der größte Naturschutzverband Brandenburgs. Wir haben diese Gewässer über Jahrzehnte gepflegt. Jetzt sollen wir auf einmal weichen“, kritisiert der Verbandschef. Seine größte Sorge ist, dass es nicht bei den jetzt der Angelei entzogenen Gewässern bleibt. „Es geht immer weiter“, sagt er mit Blick auf Aktivitäten etwa der Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe.

Eine Sprecherin der Stiftung räumt ein, dass es zuweilen zu Konflikten mit dem Anglerverband komme. „Unsere Agenda gibt uns vor, wie wir mit den Flächen zu verfahren haben.“ Man bemühe sich um gemeinsame Lösungen mit den Anglern, aber das gelinge nicht immer.

Abgesehen von diesem Streit beging der LAV am vergangenen Sonnabend seinen traditionellen Verbandstag voller Zufriedenheit. Etwa 140 Vertreter kamen in Rangsdorf (Teltow-Fläming) zusammen, unter anderem, um die Märkischen Anglerkönige zu küren.

Seit vielen Jahren seien steigende Mitgliederzahlen zu verzeichnen, sagt Hauptgeschäftsführer Koppetzki. Im vergangenen Jahr habe man das 80 000. Mitglied begrüßt. Ein Zehntel der im Land organisierten Angler seien Kinder und Jugendliche, hebt Koppetzki hervor. Rund 3000 Kinder im Jahr würden die gemeinsam mit dem Bildungsministerium eingerichteten Angelschulen besuchen. „Das läuft gut.“

Auch der Frauenanteil im Verband steige, wenn auch nur langsam. Einer der Hauptgründe für den Aufschwung der Angelei sei die Liberalisierung des märkischen Fischereirechts vor gut zehn Jahren gewesen, betont der LAV-Chef.

Seitdem darf auf Friedfische ohne vorherige Prüfung geangelt werden. Eine in dieser Form bundesweit nach wie vor einmalige Regelung. Resultat sei auch, dass die Anglerverbände in vielen Regionen der Mark ein wichtiger Faktor im dörflichen Leben seien.

Ein konkretes Anliegen wollten die Angler in Rangsdorf dem als Besucher angekündigten Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) unterbreiten. So möge ihnen im Zuge der Novellierung des Wassergesetzes gestattet werden, nicht schiffbare Gewässer wie den Spremberger Stausee künftig ohne Extra-Genehmigung mit Elektrobooten zu befahren, erklärt Koppetzki.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen