Brandenburg : Natur mit Bootstourismus erleben

Boote fahren  in die Schleuse Wendisch Rietz, die Öffnungszeiten müssen verlängert werden.
Boote fahren in die Schleuse Wendisch Rietz, die Öffnungszeiten müssen verlängert werden.

SPD plant länderübergreifende Initiative im Wassertourismus.

von
16. Mai 2018, 05:00 Uhr

Segelboote gleiten friedlich über die großen Seen, Motoryachten und sogar schwimmende Bungalows tuckern über die Kanäle. Wenn der Sommer kommt, herrscht Hochbetrieb auf den Gewässern Brandenburgs. Doch spätestens, wenn die Wasserfahrzeuge die großen Tore einer Schleuse erreichen, ist es mit dem Frieden auf den märkischen Gewässern schnell vorbei. Denn seit Jahren beklagen Wassersportler die oft viel zu geringen Öffnungszeiten der Aufstiegshilfen. Schuld daran ist bei den Bundeswasserstraßen die Bundesregierung, die bei Wasserstraßen ohne Güterverkehr – wie es in Brandenburg vielfach der Fall ist – die Öffnungszeiten der Schleusen und den Unterhalt der Gewässer oft auf das absolut notwendige Minimum reduziert hat.

Brandenburgs SPD-Fraktion will sich dieses Themas nun zumindest teilweise annehmen. Am Dienstag veröffentlichten die Abgeordneten den Text eines Antrags, der wortgleich auch in den Landesparlamenten von Berlin und Mecklenburg-Vorpommern beschlossen werden soll – schließlich bilden alle drei Länder ein zusammenhängendes Wassersportrevier. Darin fordern die Sozialdemokraten die Landesregierung auf, sich im Bund für eine durchgängige Schiffbarkeit der so genannten „Nebenwasserstraßen“ des Bundes einzusetzen und die touristische Infrastruktur an den Landeswasserstraßen auszubauen. „Die Menschen wollen in die Natur“, sagte die tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, die Abgeordnete Barbara Hackenschmidt. „Sie wollen die Natur mit Bootstourismus erleben.“ Die Wasserstraßen in Verantwortung der Bundesländer werden in dem Antrag freilich nicht angesprochen. Doch hört man sich unter märkischen Charterbootsverleihern um, hört man auch Klagen über den Unterhalt und den Betrieb der Schleusen an den so genannten Landeswasserstraßen, die sich vollständig unter Kontrolle des Landes befinden.

Ebenfalls nicht thematisiert werden in dem Antrag die Kosten des Schleusenbetriebs. In der Pressekonferenz der SPD erklärte Hackenschmidt jedoch auf Nachfrage, sie könne sich auch eine Beteiligung der Charterbetriebe an den Kosten für den Schleusenbetrieb vorstellen. Denn am Rande einer Pressefahrt von Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) war vor einigen Wochen deutlich geworden, dass Chartertouristen im Moment nichts für die Infrastruktur bezahlen müssen, die sie mit ihren Wasserfahrzeugen nutzen – ganz anders als etwa ein Urlauber im Wohnmobil, der selbstverständlich Standgebühren an den Betreiber eines Campingplatzes zahlen muss.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen