Verkehr : Nadelöhr auf Berliner Ring ist beseitigt

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Gut vier Jahre dauerten die Bauarbeiten mit ständigen Stop-and-go für Autofahrer

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09. Juli 2020, 05:00 Uhr

Auf dem südlichen Berliner Ring kann der Verkehr wieder fließen: Ein wichtiger, gut acht Kilometer langer Abschnitt ist nach jahrelangem Ausbau fertiggestellt. Schon seit Anfang Juni sind zwischen den Autobahndreiecken Potsdam und Nuthetal acht Spuren befahrbar. Mit dem offiziellen Abschluss der Arbeiten an der Tank- und Rastanlage Michendorf-Süd am Mittwoch ist das millionenteure Verkehrsprojekt abgeschlossen.

Nirgendwo in den neuen Bundesländern sei eine Autobahn leistungsfähiger, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Der Berliner Südring liege auf der Achse Warschau-Ruhrgebiet. Über 100 000 Fahrzeuge seien hier täglich unterwegs. Der Bund hatte 150 Millionen Euro in das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 11 investiert.

Der erste Spatenstich erfolgte im April 2016. Die 8,2 Kilometer lange Strecke gilt nach Angaben der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH als die am stärksten belastete auf dem Berliner Ring. Der Ausbau war angesichts der ab 2025 prognostizierten Verkehrsströme notwendig geworden. Statt derzeit etwa 90 000 Fahrzeugen binnen 24 Stunden sollen dann 117 000 bis 126 000 die Strecke passieren. Ein Fünftel aller Fahrzeuge sind derzeit Lastwagen.

An der Baustelle ereigneten sich während der Arbeiten zeitweise mehrere Unfälle am Tag.„Staus auf diesem Abschnitt des Berliner Rings werden nun seltener und der Verkehr flüssiger und sicherer“, zeigte sich Brandenburgs Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) überzeugt. Es sei ein wichtiger Abschnitt für die Pendler, aber auch für die Wirtschaft, die auf diese Verkehrsverbindung angewiesen sei.

Die Arbeiten liefen in drei Abschnitten. Meist wurden mehrheitlich sechs Fahrstreifen offen gehalten. Auf der Tank- und Rastanlage Michendorf-Süd gibt es jetzt 180 Pkw- und 160 Lkw-Stellplätze. Bislang waren es nur 50 Stellplätze.

Verarbeitet wurde lärmarmer Asphalt. Es wurden 143 Obstbäume gepflanzt und fast 18 Hektar Laubwald aufgeforstet. Zauneidechsen, Fledermäuse und Knoblauchkröten wurden umgesiedelt.

Das Land investiert 2020 nach Angaben des Infrastrukturministeriums 580 Millionen Euro in das Straßennetz, in Ortsdurchfahrten, Landesstraßen und Radwege investieren. 171 Millionen Euro kommen vom Land, der Rest vom Bund. Um die Mobilität landesweit zu sichern, will Brandenburg 120 Millionen Euro im Jahr bereitstellen. Bis zum Jahresende sollen 154 Verkehrsprojekte umgesetzt werden, darunter 26 an Autobahnen.

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