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Brandenburg

21. November 2017 | 11:27 Uhr

Nachwuchssorgen bei der Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Demographischer Wandel: Landesbrandmeister sucht nach intelligenten Lösungen

Brandenburg hat einen neuen obersten Feuerwehrmann: Der bisherige stellvertretende Leiter der Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt, der 53-jährige Heinz Rudolph, wurde am Mittwoch von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) zum neuen Landesbrandmeister und Direktor der Feuerwehrschule ernannt. Er folgt auf Norbert Zoschke, der im vergangenen Jahr aus Altersgründen in den Ruhestand trat. „Landesbranddirektor ist ein Ehrenamt von herausragender Bedeutung“, sagte Schröter. „Dahinter steckt eine Menge ehrenamtlicher Arbeit.“ Denn in Brandenburg findet der überwiegende Teil der Feuerwehrarbeit nach wie vor in den freiwilligen Feuerwehren statt.

Deren Zukunft allerdings wird den neuen Landesbranddirektor in den nächsten Jahren wohl intensiv beschäftigen. Denn akut bleibt weiterhin die Frage der Nachwuchsgewinnung. „Wir müssen intelligente Lösungen finden, um den Folgen des demographischen Wandels entgegentreten“, sagte Rudolph. „Ich bin mir sicher, dass es in einem Flächenland wie Brandenburg auch weiterhin gelingen wird, den Brandschutz am Tage zu gewährleisten.“

Vorstellen könne er sich dabei etwa eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Kommunen. Dies gelte gerade angesichts vieler Pendler, die tagsüber nicht in ihren Heimatorten arbeiteten, und deswegen nicht für die freiwillige Feuerwehr zur Verfügung stehen. Denkbar wäre in dieser Situation, dass sich mehrere Gemeinden zusammentun, um einzelne Feuerwachen mit hauptamtlichen Feuerwehrleuten zu besetzen. „So etwas schießt man aber nicht aus der Hüfte“, sagte Rudolph. Auch die bevorstehende Kreisgebietsreform beschäftigt den neuen Landesbrandmeister. Denn auch auf die Feuerwehren kommen unter Umständen neue Strukturen zu, etwa bei bisher auf kreislicher Ebene angesiedelten Institutionen.

Selbst ist Rudolph bereits seit seiner Jugend in der Feuerwehr engagiert. „Mein Vater war ehrenamtlich und später hauptamtlich bei der Feuerwehr“, sagt Rudolph. „Und wie das in den feuerwehrbegeisterten Familien so ist: Das überträgt sich auf die Kinder.“

Vor allem die Vielseitigkeit des Ehrenamtes in der Feuerwehr habe ihn stets gereizt: „Man muss sich bei der Feuerwehr jeden Tag in einer neuen Rolle sehen“, sagt Rudolph. „Dass man dabei anderen Menschen helfen kann, ist ein toller Nebeneffekt – aber vor allem die Vielseitigkeit reizt mich bis heute an der Feuerwehr.“ 

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