Papierfahrscheine : Müllberge durch Tickets

In Berlin und Brandenburg wird es vorerst bei Papierfahrscheinen bleiben

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26. Juni 2019, 10:54 Uhr

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) halten anders als die Metrobetreiber in Paris und London an Papierfahrkarten fest. „In einem ÖPNV-System mit nicht zugangsbeschränkten Bahnhöfen wie in Berlin sind Chipkarten für den Bartarif nicht wirtschaftlich sinnvoll“, sagte Unternehmenssprecherin Petra Nelken. Denn anders als Paris hat Deutschlands größtes Nahverkehrsunternehmen keine Drehkreuze und Schranken an Bahnsteigen, wo Kunden ihre Fahrkarten einstecken, bevor sie zum Zug zu kommen.

Auch die übrigen Verkehrsbetriebe in Berlin und Brandenburg bleiben beim Papier. Paris dagegen will es bis 2021 ausmustern und hat dafür eine Chipkarte nach Londoner Vorbild eingeführt.

Im vergangenen Jahr hat allein die BVG etwa 60 Millionen Papierfahrscheine verkauft. Mit dieser Papiermenge ließe sich der rund 30 Hektar große Gleisdreieck-Park nahezu komplett bedecken. Chipkarten gibt es nur für Abonnenten und Schülerticket-Inhaber.

Ähnlich ist es beispielsweise in Cottbus. Auch dort plant die Verkehrsgesellschaft keine Änderung. Die VBB-Fahrcard im Chipkartenformat gibt es für Abonnenten zwar seit sechs Jahren, jedoch: „Einen Abschied vom Papierfahrausweis wird es absehbar in Berlin und Brandenburg nicht geben“, wie eine Sprecherin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg sagte.

„Die echte Alternative zum Papierfahrschein ist das Handyticket“, sagte BVG-Sprecherin Nelken. Damit laden Fahrgäste die Fahrkarte auf ihr Handy und bezahlen per Lastschrift, Überweisung oder Kreditkarte.

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