Mosaike als kulturelle Brücken

Kamal Ahmad (r.), Ameer Nawaz (l.) und Matiullah Hussainzai legen ein Mosaik.
Kamal Ahmad (r.), Ameer Nawaz (l.) und Matiullah Hussainzai legen ein Mosaik.

Einwohner und Geflüchtete gestalten gemeinsam Kunstwerke, die das Stadtbild verschönern sollen

svz.de von
04. August 2016, 05:00 Uhr

Kamal Ahmad hält einen kleinen Stein in der Hand. Vor dem 21-jährigen Pakistaner, der als Geflüchteter nach Cottbus kam, entsteht ein buntes Mosaik. „Es ist toll, ich lerne etwas über diese Technik“, sagt er auf Englisch. Beim mehrmonatigen Kulturprojekt im Hinterhof einer Galerie fertigen Bürger und Flüchtlinge Mosaike, die dauerhaft im Stadtbild zu sehen sind. Ziel des Ganzen? Vorurteile abbauen, ins Gespräch kommen, Geflüchtete integrieren.

„Ich habe das auch in Pakistan gemacht, dort waren die Steine aber kleiner“, sagt Ahmad über das Mosaik-Legen. Er arbeitet mit zwei aus Pakistan und Afghanistan geflüchteten Freunden. Einer trägt mit dem Pinsel den Kleber auf, die anderen legen die Steine. Am Ende werden die Gruppenarbeiten zusammengesetzt zu einem vier Quadratmeter großen Mosaik. Es soll an einer Galerie befestigt werden, wie der Verein Kulturforum Cottbus als Organisator mitteilt.

Das Kulturprojekt ist eines von vielen im Land. Über Theater, Gesang oder Kunst versuchen Vereine, Gruppen und Institutionen, die Integration von Asylbewerbern zu verbessern. 2016 gibt es laut Kulturministerium für 40 Programme 300 000 Euro Förderung. Das Land gibt 200 000 Euro, der Rest kommt vom „Bündnis für Brandenburg“ zur Integration von Geflüchteten.

„Es geht uns darum, Projekte voranzubringen, die auf die Menschen zugehen und interkulturell angelegt sind“, sagte Kulturministerin Martina Münch (SPD). Auch das Projekt „Mosaiko – vom Einzelnen zum großen Ganzen“ erhält Fördergeld. Das Thema Mosaik wählte die Gruppe, weil das Handwerk in westlichen und arabischen Kulturen verbreitet ist. Das verbinde die Menschen.

Einmal pro Woche können Cottbuser und Flüchtlinge an den Mosaiken arbeiten. Die Resonanz? Eine Organisatorin meint, einige Flüchtlinge hätten noch Hemmungen zu kommen. Aber sie ist sicher, dass der Zulauf größer wird - wenn sich Mosaiko herumgesprochen hat. 

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