Landgericht Cottbus : Mörder für knapp 15 Jahre in Haft

Das Landgericht Cottbus hat einen Mann wegen Mordes und Totschlags zu 14 Jahren und neun Monaten Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.
Das Landgericht Cottbus hat einen Mann wegen Mordes und Totschlags zu 14 Jahren und neun Monaten Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Drogensüchtiger tötete zwei Menschen in Finsterwalde und Berlin.

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24. April 2018, 05:00 Uhr

Für den gewaltsamen Tod zweier Männer in Berlin und Brandenburg hat das Landgericht Cottbus einen 35-Jährigen zu 14 Jahren und 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Richter gingen in ihrer Urteilsbegründung gestern im Berliner Fall von Mord und in dem anderen in Finsterwalde (Elbe-Elster) von Totschlag aus. Der Mann soll drogensüchtig und zugleich in Geldnot gewesen sein.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Lette Ende Januar 2017 zuerst seinen 65 Jahre alten Bekannten in dessen Wohnung in Südbrandenburg angriff. Das Opfer starb an den Verletzungen. Die Richter vermuten, dass sich der Täter Geld beschaffen oder borgen wollte und die Situation dabei eskalierte. Danach stahl er unter anderem den Geldbeutel und fuhr mit dem Auto des Opfers nach Berlin. Zwei Tage später ermordete er dort laut Urteil einen Drogenverkäufer, um an Rauschmittel zu gelangen. Die Leiche des 31-Jährigen wurde in einem Neuköllner Park entdeckt.

Der mehrfach vorbestrafte Lette, der zuletzt in der Kleinstadt Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) wohnte, war Tage später bei einem Ladendiebstahl in Berlin festgenommen worden. Seitdem ist er in Untersuchungshaft. Vor Gericht hatte er ein Teilgeständnis abgelegt. Er hatte zugegeben, den Rentner zusammengeschlagen zu haben. Den Mord in Berlin will er nicht begangen haben. Ermittler sahen schnell Zusammenhänge zwischen beiden Taten. Laut Gericht gab es DNA-Spuren des Täters an der Jacke des getöteten Drogenverkäufers. Zudem sei am Tatort ein Handschuh gefunden worden, der dem Rentner aus Finsterwalde gehörte.

Das Strafmaß lag unter der Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer lebenslangen Haft. Die Anklagebehörde ging von zwei Raubmorden aus. Die Verteidigung, die gestern ankündigte, das Urteil anzufechten, hatte in einem Fall eine Höchststrafe von fünf Jahren gefordert und in dem anderen Freispruch.

Der Vorsitzende Richter Frank Schollbach sagte über beide Tatorte: „Es gibt keine Tatzeugen.“ Einiges, vor allem bei der Tat in Brandenburg, sei nicht durchgehend zu rekonstruieren. Einige Aussagen des Angeklagten wertete das Gericht als Schutzbehauptung. Als strafmildernd berücksichtigten die Richter, dass der 35-Jährige zum Tatzeitpunkt drogenabhängig war und dass er ein Teilgeständnis abgelegt hatte. Das Landgericht ordnete neben der Haftstrafe zugleich Sicherungsverwahrung an, weil der Angeklagte einen Hang zu Straftaten habe, die andere Menschen schädigen. Das bedeutet, dass der Verurteilte auch nach Verbüßung der Haftstrafe nicht frei kommt. Laut einem Gerichtssprecher gilt das zunächst unbefristet. Es müsse später die Gefährlichkeit des Mannes erneut geprüft werden.

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