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Brandenburg

23. November 2017 | 04:56 Uhr

Mobiltelefone hinter Gittern

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Zahl der eingeschleusten Handys deutlich gestiegen – ein Sicherheitsproblem

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2016 | 08:00 Uhr

In Brandenburger Gefängnissen sind wieder mehr Handys und Drogen gefunden worden. Laut Justizministerium stieg die Zahl sichergestellter Mobiltelefone um 40 auf ungefähr 150.

Mobiltelefone sind – wie selbstverständlich auch Drogen – in Gefängnissen streng verboten. Sie stellen ein Sicherheitsrisiko dar, weil durch sie „die Kontakte der Inhaftierten zur Außenwelt nicht kontrolliert werden können“, erklärt Alexander Kitterer, Sprecher des Brandenburgischen Justizministeriums.

Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Handys in die JVA geschleust werden. Im vergangenen Jahr wurden in den fünf Justizvollzugsanstalten im Land mit den derzeit 1383 Inhaftierten rund 150 Mobiltelefone sichergestellt – knapp 40 mehr als im Jahr zuvor. Bereits in den vergangenen Jahren hatte die Zahl der konfiszierten Handys bei mehr als 100 gelegen. Auch die Zahl der Anzeigen wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz in Gefängnissen ist gestiegen: von 34 auf 49. Meist handelt es sich dabei um jeweils geringe Mengen THC-haltiger Substanzen oder um Amphetamine, so das Justizministerium.

Doch wie gelangen Drogen und Handys in die Gefängnisse? Dem Potsdamer Justizministerium zufolge werden illegale Gegenstände über Besucher, Gefangene auf Freigang sowie in Paketen und Briefen eingeschleust. Doch auch über die Gefängnismauern werden verbotene Gegenstände geworfen, so das Ministerium. Der Aufwand, um solche Schmuggeleien zu verhindern, ist groß. „Es finden regelmäßig Haftraumkontrollen statt, um illegal eingeschmuggelte Gegenstände zu konfiszieren“, erklärt Ministeriumssprecher Kitterer. In Zusammenarbeit mit der Polizei oder dem Zoll werden sogar Rauschgiftspürhunde eingesetzt. „Besucher müssen sich beim Betreten der JVA einer strengen Kontrolle unterziehen. Postsendungen werden ebenfalls kontrolliert.“ Zu dem Verdacht, dass auch Vollzugsbeamte und Anwälte verbotene Gegenstände in die Gefängnisse schmuggeln, hat das Ministerium keine Zahlen vorliegen. Um Mobiltelefone aufzuspüren, werden mobile Handyfinder eingesetzt, die eingesetzte Geräte orten können. Technisch wäre es auch möglich, Handyblocker zu nutzen, also Störsender, die den Mobilfunkverkehr im gesamten Gebäude verhindern. Für Brandenburg kommen aber Handyblocker nicht infrage, denn dabei wäre „sicherzustellen, dass der Mobilfunkverkehr außerhalb der Anstalt nicht gestört wird“, erklärt Kitterer. Dazu kämen die Kosten: Laut Justizministerium würde der Einsatz von Handyblockern etwa eine Million Euro kosten – pro Justizvollzugsanstalt.

 

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