Blitz-Marathon : Mit Tempo 68 vor Kita

An 200 Kontrollstellen waren Beamte in Brandenburg veim Blitz-Marathon im Einsatz.
An 200 Kontrollstellen waren Beamte in Brandenburg veim Blitz-Marathon im Einsatz.

Brandenburgs Polizei an 200 Kontrollstellen im Land im Einsatz.

svz.de von
19. April 2017, 21:00 Uhr

Schlechte Karten für Raser in Brandenburg: An mehr als 200 Orten im ganzen Land hat die Polizei gestern Autofahrer auf die Einhaltung der Tempolimits kontrolliert. Die Beamten beteiligten sich damit an einem europaweiten Blitz-Marathon. Die Aktion bis heute 6 Uhr sollte vor allem Verkehrsteilnehmer stärker sensibilisieren.

Bereits in den ersten sechs Stunden wurden rund 18 400 Fahrzeuge gemessen – davon fuhren 658 zu schnell, erklärte das Polizeipräsidium in Potsdam in der Zwischenbilanz. In Wandlitz fuhr ein Mann vor einem Kindergarten mit Tempo 68, erlaubt waren hier nur 30. In Schönefeld wurde ein Mann mit Tempo 93 geblitzt – erlaubt waren 50. Auf der Autobahn 10 im Kreis Oberhavel fuhr ein Fahrer mit 183 statt der erlaubten 120 Stundenkilometer. „Zu hohe Geschwindigkeit ist Unfallursache Nummer eins in Brandenburg. Ich möchte mit diesem Thema in die Öffentlichkeit“, sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. „Hier geht es vor allem um Leben und um Gesundheit. Wir sind für die Sicherheit der Menschen in Brandenburg verantwortlich.“ Vergangenes Jahr kamen bei geschwindigkeitsbedingten Verkehrsunfällen in Brandenburg 35 Menschen ums Leben.

An der Aktion beteiligten sich auch etwa Sachsen, Thüringen und Bayern. In Berlin legte die Polizei dagegen kein Sonderprogramm auf. Die geringe Nachhaltigkeit der Aktion rechtfertige den hohen Aufwand nicht, sagte eine Polizeisprecherin. Europaweit war es bereits der dritte Blitz-Marathon.

Im Fokus standen in Brandenburg insbesondere Alleen und Bereiche vor Kitas, Schulen oder Senioreneinrichtungen. Die Messstellen wurden vorab im Internet veröffentlicht. 2016 wurden in Brandenburg bei der Aktion rund 7000 Raser erwischt. „Alle 20 Sekunden wird ein Autofahrer in Brandenburg geblitzt“, erklärte die Polizei. „Werden Sie nicht Teil unserer Statistik!“, mahnte sie in sozialen Netzwerken.  

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