Potsdam : Mit Schiffsplanken und Bewegungsmeldern

Kyritzer Sternsinger waren gestern zu Gast im Bildungsministerium.
Kyritzer Sternsinger waren gestern zu Gast im Bildungsministerium.

Sternsinger aus Kyritz waren zu Gast im Potsdamer Bildungsministerium

von
06. Januar 2016, 00:32 Uhr

„Wir sind die Kinder, die Kinder der Welt“, sangen die Jungen und Mädchen aus Kyritz. Mit Kronen auf den Köpfen und eingehüllt in weite, prunkvolle Kostüme standen die Sternsinger der katholischen Pfarrgemeinde vor dem Potsdamer Bildungsministerium. Sie waren gekommen, um den traditionellen Segen „20 C+M+B 16“ auch an die Tür des Verwaltungsgebäudes zu schreiben – eine Abkürzung für den lateinischen Segensspruch „Christus mansionem benedicat“, „Christus segne dieses Haus“.

Doch das erwies sich als gar nicht so einfach. Denn die Türen im Ministerium werden mit einem Bewegungsmelder gesteuert, und gehen nach außen auf. Während Minister Günter Baaske (SPD) den Sensor zuhielt, kletterte schließlich eine kleine Sternsingerin auf einen Stuhl und klebte ganz oben über dem Eingang die Segensformel an.

Im letzten Jahr noch hatte es Ärger um diesen Termin gegeben: Weil zunächst kein gemeinsamer Termin gefunden werden konnte, entstand der Verdacht, Baaske habe die Sternsinger ausgeladen. In diesem Jahr nun übernahm der SPD-Politiker sogar die Schirmherrschaft über ein Projekt der Sternsinger: Es heißt „Leben retten“ und soll an die Situation der Kinder und Jugendlichen erinnern, die über das Mittelmeer nach Europa flüchten. Überall in Brandenburg bemalen Sternsinger Holzplanken, die dann beim Katholikentag in Leipzig zu einem Flüchtlingsboot zusammengesetzt werden sollen. Und auch Günter Baaske malte im Ministerium ein Boot auf eine Planke, um zu zeigen, dass junge Syrer und Iraker in Deutschland ganz selbstverständlich willkommen sind.

Dann stellten die Kinder und Jugendlichen aus Kyritz dem Minister noch das Palliri-Projekt vor: Ein Kinder- und Jugendzentrum in Bolivien, mit einer Fußballschule und einer Kindertagesstätte, das aus den in Deutschland gesammelten Spenden finanziert wird. „Das zeigt, dass sich Sternsinger das ganze Jahr über für Kinder in Not einsetzen, nicht nur im Januar“, sagte der Leiter des katholischen Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, Prälat Klaus Krämer. „Wir alle wissen, dass die Welt für viele Kinder nicht so schön ist, wie für uns hier“, so Baaske. Deswegen mache es ihm Freude, zu erleben, dass sich Kinder für Kinder in Entwicklungsländern einsetzen. Den Kindern aus Kyritz sei er deswegen „dankbar für den Segen und die Wärme, die ihr ins Ministerium und unsere Herzen gebracht habt.“


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen