Auf den Spuren der Hanse : Mit Pferd und Wagen nach Russland

Mit dem Planwagen sind Pfarrer Helmut Kauz und Mitglieder des Kaltblut-Zucht- und Sportvereins Brück regelmäßig unterwegs.
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Mit dem Planwagen sind Pfarrer Helmut Kauz und Mitglieder des Kaltblut-Zucht- und Sportvereins Brück regelmäßig unterwegs.

Pfarrer will mit märkischen Kaltblutpferden auf den Spuren der Flamen und der alten Hanse bis nach Russland fahren

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16. Januar 2018, 05:00 Uhr

Langsam ziehen die Planwagen durch das Land. Sie bilden eine lange Karawane, gezogen von Kaltblut-pferden aus Brandenburg. Es geht über die Oder, durch die masurische Seenplatte, bis hin nach Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg. An den über der Memel kreisenden Störchen vorbei durch Litauen, in die ehrwürdige Hansestadt Riga, durch die Wälder Estlands bis nach Weliki Nowgorod, die alte Hansesiedlung südlich von Sankt Petersburg.

Noch ist das alles nur ein Traum. Doch geht es nach Helmut Kauz, dem Pfarrer von Brück im Landkreis Potsdam-Mittelmark, und den Mitgliedern des örtlichen Kaltblut-Zucht- und Sportvereins, wird der Traum im Sommer 2018 Wirklichkeit. So, wie vor zehn Jahren die Planwagen mit den märkischen Kaltblutpferden unter dem Motto „Titanen on Tour“ die Reise der flämischen Siedler von Brügge nach Brück nachstellten, soll es nun – wieder auf den Spuren der Flamen und der alten Hanse – bis nach Russland gehen. 2100 Kilometer, zwölf Wochen, mit acht Planwagen. „Wir wollen ein Zeichen von Frieden und Völkerverständigung setzen“, sagt Kauz. Auf dem Planwagen soll eine Friedensglocke mitgeführt werden, die nach jeder Tagesetappe geläutet und schließlich in einer Kirche in Weliki Nowgorod aufgehängt werden soll.

Die 2100 Kilometer lange Tour bis Weliki Nowgorod ist schon exakt geplant.  Fotos: Benjamin Lassiwe
Die 2100 Kilometer lange Tour bis Weliki Nowgorod ist schon exakt geplant. Fotos: Benjamin Lassiwe
 

„Unterwegs wollen wir mit den Menschen, die wir treffen, über unsere Vision eines vereinten Europas reden.“ Denn zu Europa gehöre es, sich der gemeinsamen Geschichte und der gemeinsamen Wertegemeinschaft zu erinnern. Und wie eng die gemeinsame Geschichte sei, könne der Besucher auch im russischen Weliki Nowgorod erleben: Dort gibt es bis heute eine Bronzetür, die den Magdeburger Erzbischof Wichmann zeigt, der einst die Siedler aus Flandern in den Fläming holte.

Damit die Reise der märkischen Kaltblutpferde möglich wird, ist vor allem eines nötig: Geld. Kauz erwartet, dass das Projekt rund 100 000 Euro kostet. Mittels einer Crowdfunding-Kampagne der Evangelischen Bank soll es gesammelt werden. „Wenn wir das Geld nicht bis Ende Februar zusammenbekommen haben, wird es mit der Tour nichts“, sagt Kauz.

Der Auftakt für die Sammelaktion soll in einigen Tagen auf der „Grünen Woche“ in Berlin gegeben werden: Beim traditionellen „Brandenburg-Tag“, der in diesem Jahr am Montag, 22. Januar, stattfindet, wollen die Kaltblutfreunde den Startschuss geben.

Denn ohnehin gestalten sie mit ihren Pferden schon fast traditionell einen Großteil des Programms in der Tierhalle der weltgrößten Landwirtschaftsausstellung mit.

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