Verkehrskontrollen in Brandenburg : Mit fliegendem Auge auf Dränglerjagd

Ein Polizeihubschrauber startete vom Rastplatz an der A12 nahe Briesen.
Ein Polizeihubschrauber startete vom Rastplatz an der A12 nahe Briesen.

Drastischer Anstieg bei Auffahrunfälle. Polizei mit Hubschrauber über Autobahnen

svz.de von
11. Mai 2017, 20:45 Uhr

Schreckliche Bilder von Laster-Karambolagen auf den 800 Brandenburger Autobahn-Kilometern sind fast schon alltäglich. Häufig gilt nicht eingehaltener Sicherheitsabstand als Unfallursache. Denn allzu oft kleben Brummis Stoßstange an Stoßstange. Mehr als 2500 Lastercrashs mit 13 Toten wurden 2016 registriert. Das sind knapp 20 Prozent mehr Unfälle als ein Jahr zuvor. Dem risikoreichen Fahren ohne ausreichenden Abstand hat die märkische Polizei jetzt den Kampf angesagt und setzt auch auf Abschreckung aus der Luft. Mit einem „fliegenden Auge“, einem Hubschrauber, ging es gestern in einer groß angelegten Kontrollaktion auf der A12 (Berlin-Frankfurt/Oder) auf Dränglerjagd. Von Lasterfahrern wird ab Tempo 50 ein Mindestabstand von 50 Metern zum nächsten Fahrzeug verlangt. „Aus der Luft haben wir die Autobahn mit einer Spezialkamera abgescannt“, erläuterte Co-Pilot Andreas Böcker. „Die hochauflösende Kameratechnik erlaubt es, dass wir genau sagen können, wie weit die Fahrzeuge auseinander sind“. Die Bilder wurden noch in luftiger Höhe von einem Operator der Verkehrspolizei begutachtet. Per Funk dirigierte er dann seine Kollegen am Boden, welche Fahrer aus dem Verkehr gezogen werden sollten. Motorradpolizisten setzten sich dann vor den Abstandssünder und geleiteten ihn auf den Rastplatz Kersdorfer See bei Briesen (Oder-Spree). Anschließend funkte der Helikopter seine Bilder per mobilem Internet an eine Bodenstation, um uneinsichtigen Verkehrssündern ihr Fehlverhalten auch zeigen zu können.

Zwischen 8 und 14 Uhr stoppten die Kontrolleure 91 Fahrzeuge und ahndeten 35 Abstandsverstöße. Hinzu kamen 39 Lasterfahrer, die gegen Lenk- und Ruhezeiten verstoßen hatten oder deren Fahrzeuge technische Mängel aufwiesen. Spitzenreiter unter den Dränglern war ein Lkw-Fahrer, der nur einen Abstand von sechs bis zehn Metern einhielt. „Das ist leider der ,normale Wahnsinn’ auf unseren Autobahnen“, beklagte Jan Strotzer, Brandenburgs ranghöchster Verkehrspolizist. Der Sünder musste 80 Euro Strafe zahlen und kassierte einen Punkt in Flensburg.

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