Mit Elefant und Hai unter einem Dach

Präparator Thomas Winkler miteinem Bighornschaf. Johann Müller
Präparator Thomas Winkler miteinem Bighornschaf. Johann Müller

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01. Februar 2011, 01:57 Uhr

Trebus | Thomas Winkler ist fasziniert vom weißen Hai. 1997 hatte er das größte jemals gefangene Exemplar des imposanten Meeressäugers am Strand von Kenia entdeckt. Der Tierpräparator aus dem Fürstenwalder Ortsteil Trebus reagierte geistesgegenwärtig: Der 6,30 Meter lange und zweieinhalb Tonnen schwere Hai wurde auf sein Geheiß in ein Sandbett gelegt. Winkler goss den Abdruck mit Silikon aus und gewann damit eine perfekte Form für die Reproduktion. Mit seiner zähnefletschenden Nachbildung des weißen Hais aus Fiberglas wurde der Ostbrandenburger deutschlandweit bekannt. Zu Dekorationszwecken verlieh er die täuschend echt wirkende Kopie, die er in Airbrush-Technik koloriert hat, an Einkaufszentren, Fernsehproduktionen und für Messen.

"Da ging allerdings mehr kaputt, als es etwas einbrachte", erinnert sich der heute 50-Jährige, der vom weißen Hai jedoch nicht wieder los kam und dank der damals gefertigten Silikonform gerade an einem neuen Exemplar arbeitet. "Der ist dann aber nicht mehr aus einem Stück, sondern besteht aus drei Teilen,die sich besser und vor allem ohne Kran transportieren lassen."

Die reiche Tierwelt Afrikas hat den gelernten Baufacharbeiter und Fliesenleger schon immer interessiert. Doch erst nach der Wende bekam Winkler Gelegenheit, den "schwarzen Kontinent" zu besuchen. "Das tropische Klima, die Touren in die Savanne, wo man hautnah Tiere trifft, die man sonst nur aus dem Zoo oder dem Fernsehen kennt - einfach unbeschreiblich", schwärmt der Ostbrandenburger, der sich inzwischen auf die Nachbildung der afrikanischen Fauna spezialisiert hat. Neuestes Aushängeschild dafür ist die Reproduktion eines afrikanischen Elefanten, die in Winklers Garten steht. 3,30 Meter hoch und 5,50 Meter lang ist die täuschend echt wirkende, wetterbeständige Fiberglas-Betonkonstruktion. Das Original-Tier ist seinen Angaben nach vor zwei Jahren in Botswana geschossen worden.

Für Sportangler hingegen sei das Land ein "wahres Mekka" und das Präparieren großer, exotischer Fische eine Herausforderung. Ein Ausstellungsraum in der Werkstatt des Präparators zeigt dessen Bandbreite - neben einheimischen Tieren und Savannenbewohnern wie Löwen, Antilopen und Zebras besticht die "Werksschau" vor allem durch riesige Schwertfische, furchteinflößende Haie, eine Meeresschildkröte und exotisch-bunte Unterwasserbewohner. Winkler zeigt auf einen eher unscheinbaren, wenn auch recht großen blauen Fisch mit hellen Flecken. "Das ist ein Quastenflosser - weltweit wurden bisher nur zwei Exemplare gefangen. Und wir durften einen Abguss machen, als wir für das Naturhistorische Museum in Kenia gearbeitet haben", erklärt er stolz.

Er habe wohl einen der handwerklichsten Berufe überhaupt, ist der 50-Jährige überzeugt. Der Fachmann glaubt, mit der Abgusstechnik und Reproduktionen aus Fiberglas inklusive Metallgerüst eine gute Lösung gefunden zu haben. "Ich bilde die Tiere aus Kunststoff nach - hauche entweder den gegerbten Fellen damit Leben ein oder koloriere den Hartschaumkörper originalgetreu." Eine weitere Methode, mit der Winkler arbeitet und die sich seinen Angaben nach vor allem für Fische eignet, ist die recht aufwändige Gefriertrocknung.Drei Monate dauert es, die Außenhaut der ausgenommenen Tiere schonend zu trocknen, ohne dass sie ihre Form verliert.

Auf Qualität legt Winkler Wert. "Nicht jedes Präparat gelingt, aber man muss ständig an sich arbeiten." Schon mehrfach hatte er fremde, häufig aus Osteuropa stammende Präparate zum Reparieren auf dem Tisch. Manche davon habe er nur noch wegwerfen können. "Die Leute kaufen zu gern billig", meint er vielsagend. Früher hat er auch so genannte Plastinate angefertigt. Doch auf diese Form des Präparierens hat Gunter von Hagens, bekannt geworden durch das Plastinieren menschlicher Leichen, die Patentrechte. Wer sie nutzen will, muss dafür ordentlich zahlen. Präpariert hat Winkler schon Tiere aller Art vom kleinen Zaunkönig oder einem Molch bis hin eben zum Elefanten. Aus Amerika stammt laut Winkler der Trend, kombiniert mit den Präparaten Ausschnitte von Lebensräumen der Tiere nachzubauen, wie künstliche Felsen oder Flussufer.

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