Mit dem ersten Schuss

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30. November 2013, 03:08 Uhr

Benjamin Lassiwe Auch wenn in Brandenburgs Wäldern gerade die Büchsen knallen: Aktive Jäger gibt es nicht viele im Brandenburger Parlament. Dass Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) einen Jagdschein besitzt, ist eine Ausnahme. Und dass er ihn überhaupt bestanden hat, keineswegs selbstverständlich. Für seine Fehlschüsse auf die Scheibe des "laufenden Keiler", der mit Abstand schwierigsten Disziplin der praktischen Jägerprüfung, musste sich der Ministerpräsident jedenfalls sogar im Landtag aufziehen lassen - vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Dieter Dombrowski, der selbst gar keinen Jagdschein hat. "Die mündliche und schriftliche Prüfung haben Sie auf Anhieb geschafft, aber in der Praxis schossen Sie am Ziel vorbei", warf Dombrowski kürzlich Woidke in einer Parlamentsdebatte vor. "Ich hoffe, dass Ihnen das als Ministerpräsident anders gelingt." Doch Wo idke replizierte schnell. "Ich musste beim laufenden Keiler eine Weile üben", gestand Woidke dann ein. "Aber mittlerweile erlege ich Schwarzwild mit dem ersten Schuss."

Was im Parlament für Lacher sorgte. Am stärksten natürlich dort, wo CDU und FDP ihre Plätze im alten Plenarsaal hatten. Dort allerdings sitzt auch der profilierteste Jäger des Potsdamer Parlaments, der FDP-Landesvorsitzende Gregor Beyer. Seit der Debatte über das Bibermanagement weiß ganz Potsdam, dass Beyer in Schweden einmal frischen Biber speiste. Und dass er seinen Geburtstag neulich in einem Ausschuss und nicht im Wald, auf dem Hochsitz, verbrachte, bedauerte er sehr. Immerhin ist Gregor Beyer bei der Brandenburger Landesjagd kürzlich zum Jagdkönig geworden. "Ich treffe auch Rotwild mit dem ersten Schuss", sagte er in Potsdam. Doch sein Schießergebnis brachte den Politiker auf der Facebook-Seite des Landesjagdverbands auch zu durchaus zweifelhaftem Ruhm: Der Verband zeigte Beyer beim Singen, im "Chor der Jagdkönige", und kommentierte den "kulturellen Abschluss" der Landesjagd mit den Worten: "Glücklicherweise waren keine Hunde mehr anwesend und die verbliebenden Gäste konnten sich mit diversen Trünken Linderung verschaffen..."

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