Moorheilbad Bad Freienwalde : Ministerium wartet auf Post aus Bad Freienwalde

Die umstrittene Brücke der Bundesstraße 158
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Die umstrittene Brücke der Bundesstraße 158

Nach jahrelangen Querelen um die Zukunft des Moorheilbads Bad Freienwalde hat Bürgermeister Lehmann seine Abwahl gerade noch abwenden können. Doch für die Rettung des Heilbades bleibt ihm nur noch wenig Zeit.

svz.de von
08. März 2016, 05:00 Uhr

Nach dem gescheiterten Abwahlantrag bleibt der parteilose Bürgermeister von Bad Freienwalde, Ralf Lehmann, im Amt. Doch das Potsdamer Gesundheitsministerium wartet weiter auf eine Stellungnahme zur drohenden Aberkennung des Prädikats Moorheilbad. „Die Frist läuft bis zum kommenden Montag“, sagte gestern Ministeriumssprecher Gabriel Hesse. Für die Stadt ist dies die letzte Möglichkeit, die Aberkennung des begehrten Titels abzuwenden. „Für Anfragen steht der Bürgermeister nicht zur Verfügung“, erklärte seine Sprecherin gestern.

Eine Bürgerinitiative hatte vergeblich einen Bürgerentscheid zur Abwahl des Bürgermeisters betrieben, weil sie ihn für den drohenden Verlust des Heilbad-Status mitverantwortlich machte. Bei der Abstimmung am Sonntag sprach sich eine Mehrheit für Lehmann aus, der seit 1993 Amtschef ist.

Bad Freienwalde ist die älteste Kurstadt Brandenburgs. Doch bereits 2003 hatte der zuständige Landesfachbeirat der Stadt Auflagen erteilt, die aus Sicht des Gremiums bis heute nicht erfüllt sind. So fehle ein Marketing-Konzept, Bettenkapazitäten in Hotels und die Kurangebote mit dem Heilmittel Moor seien nicht ausreichend.

Ein weiterer Punkt ist die umstrittene Durchgangsstraße über eine Hochbrücke quer durch die Stadt, die für Lärm und Abgase sorgt.

Wenn die Stellungnahme der Stadt eintreffe, werde das Ministerium erneut prüfen, betonte Hesse. Falls die kritischen Punkte nicht erfüllt seien, werde das Prädikat aberkannt. In Brandenburg gibt es acht Kurorte, die staatlich anerkannt sind.

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