Schule : Ministerin: Fernunterricht läuft gut

Karin Bitter, Lehrerin an der Comenius-Grundschule in Oranienburg, kommt täglich für eine Videokonferenz mit ihren Schülern in ihr Klassenzimmer.
Karin Bitter, Lehrerin an der Comenius-Grundschule in Oranienburg, kommt täglich für eine Videokonferenz mit ihren Schülern in ihr Klassenzimmer.

Die Schließung der Schulen stellte die Lehrer vor Herausforderungen und zwang sie zum Improvisieren. Inzwischen sei das kontaktlose Lernangebot recht gut angelaufen

von
04. April 2020, 05:00 Uhr

Zwei Wochen nach Schließung der Schulen im Land hat Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) eine erste positive Bilanz zum Fernunterricht gezogen. „Insgesamt läuft es gut“, sagte sie auf Anfrage. Schulleitungen, Lehrer, Eltern und Schüler bewiesen in der Krise Kreativität und Organisationstalent. Die meisten Schulen hätten neben Lernmanagementsystemen wie der Schulcloud, eigene Lösungen für den digitalen Unterricht der Schüler eingerichtet.

Kontaktlose Lernangebote würden von den meisten Familien und Schülern freiwillig angenommen. Jedoch fehle in vielen Schulen noch digitale Ausstattung. „Im Idealfall erhalten die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihres Stundenvolumens Aufgaben, die bearbeitet werden“, so Ernst. „Die Lösungen werden den Lehrkräften geschickt, die wiederum Rückmeldungen an die Schülerinnen und Schüler geben.“ So blieben die Home-Office-Tage für die Schüler durch die Beibehaltung des Stundenplans wie gewohnt strukturiert.

Jedoch könnten die gestellten Aufgaben meist nur der Wiederholung und Vertiefung des Lernstoffs dienen: „Eine Vermittlung von neuen Lerninhalten insbesondere in der Primarstufe stößt an ihre Grenzen“, meinte Ernst.

Auf Grund der unterschiedlichen technischen Ausstattung der Schulen und Schüler könnten die bearbeiteten Lernangebote aber nicht regulär bewertet werden. Auch gebe es keine Sanktionen, wenn sich Schüler nicht beteiligten. „Für uns alle gilt, die aktuelle Pandemie ist eine unbekannte Situation, für die es keine Blaupause gibt.“ Nur ein Drittel der gut 900 öffentlichen Einrichtungen Schulen nutzt Lernmanagementsysteme wie digitale Klassenzimmer und die Schulcloud Brandenburg. Rund 280 Schulen bedienten sich der „weBBcloud“, die kurzfristig über das Schulverwaltungsprogramm zur Verfügung gestellt worden sei. Daneben würden Homepages der Schulen, Mailadressen oder Messenger-Dienste genutzt. 54 Schulen erprobten die vom Hasso-Plattner-Institut entwickelte Schulcloud Brandenburg, sagte die Ministerin. Von 700 Schulen hätten 400 Interesse angemeldet. Finanziert werde die Aufrüstung der Schulen mit Mitteln aus dem Digitalpakt des Bundes.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen