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Millionenhilfe für Radwege gilt nicht für alle Strecken

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Das Land Brandenburg will 40 Millionen Euro in die Förderung von Fahrradwegen investieren

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Brandenburg will in den nächsten fünf Jahren 40 Millionen Euro in die Modernisierung von Fernradwegen investieren. Der Landestourismusverband rief Landkreise und Kommunen auf, entsprechende Projekte anzuschieben. Obwohl die Gelder seit November 2015 beantragt werden können, haben sich zwar einige Landkreise für die Förderrichtlinie interessiert, aber keine Förderanträge eingereicht.

„Moderne Radwege sind immens wichtig für Brandenburgs Tourismus“, sagt gestern der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Peter Krause. Ein Viertel der Urlaubsgäste und mehr als zehn Prozent aller Tagesausflügler fahren Rad. Mit einem jährlichen Umsatz von 850 Millionen Euro mache der Radtourismus rund 25 Prozent des gesamten touristischen Umsatzes im Land aus.

Insgesamt gibt es in Brandenburg über 11 000 Kilometer meist asphaltierte Radrouten, darunter 28 Radfernwege und rund 30 regionale Touren. Manche Radwege gleichen aber eher Buckelpisten: Schlaglöcher und von Baumwurzeln zum Aufplatzen gebrachter Asphalt sind in der Mark keine Seltenheit.

„Die Radwege erfüllen vielerorts nicht mehr aktuelle Qualitätsanforderungen“, betont Dana Klaus vom Tourismusverband Dahme-Seen. Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) hatte im Sommer 2015 angekündigt, bis zum Jahr 2020 dafür sorgen zu wollen, dass die Brandenburger 16 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurücklegen. Im Vorjahr waren erst rund 13 Prozent.

Doch für die einfache Sanierung eines Radwegs lassen sich die neuen Fördermittel nicht verwenden. Eine bloße Schlaglochausbesserung ist nicht möglich. Die von der Landesinvestitionsbank Brandenburg ausgereichten Zuschüsse müssen laut Landestourismusverband für Maßnahmen ausgegeben werden, die „innovativen und modernisierenden Charakter“ haben.

Bezuschusst würden beispielsweise „Wurzelsperren inklusive Oberflächenerneuerung, zusätzliche Rastplätze und Informationstafeln, die aktuellen Anforderungen und Qualitätsstandards folgen, Knotenpunktwegweiser, Lückenschlüsse, Verlegung und Verbreiterung der Radwege.“ Landkreise und Kommunen müssen Instandhaltungskonzepte für die Zeit nach der Modernisierung vorlegen und sich mindestens 15 Jahre daran binden.

Es werden nicht alle Fernradwege gefördert: Während das Land Verbesserungen am Fürst-Pückler-Radweg, Gurken-Radweg, Elbe-Radweg und „Niederlausitzer Bergbautour“ unterstützt, fehlen Schwarze-Elster-Radweg, Dahmeradweg und „Uckermärkischer Radrundweg“. „Es ist schade, dass nur prestigeträchtige Radwege berücksichtigt werden“, sagt Grünen-Abgeordneter Michael Jungclaus. 40 Millionen Euro seien ein Tropfen auf den heißen Stein. „Wenn sich Kommunen verpflichten sollen, sich 15 Jahre lang um die Radwege zu kümmern, weiß ich nicht, wie das diejenigen anstellen, die heute schon ein Haushaltsproblem haben.“ 

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