Millionen Euro für Hochschulen

Wissenschaftsministerin und Rektoren unterzeichnen Fünf-Jahres-Verträge in Potsdam

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22. März 2019, 05:00 Uhr

Das Land Brandenburg stellt seinen Hochschulen in den nächsten fünf Jahren rund 1,76 Milliarden Euro zur Verfügung. Gestern unterzeichneten Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) und die Präsidenten fast aller Hochschulen des Landes die Hochschulverträge, als Grundlage für die Landesfinanzierung der Bildungseinrichtungen. Darin enthalten sind etwa die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der jeweiligen Hochschule, Vereinbarungen über neue Studiengänge und andere Vorgaben.

Wie sich die 1,76 Milliarden Euro unter den Hochschulen aufteilen, ist nach Angaben des Sprechers des Forschungsministeriums, Stephan Breiding, im Vorfeld nicht absehbar: Jahr für Jahr würden die Beträge an Hand von Faktoren wie der Entwicklung der Studierendenzahlen, der Zahl der Professoren und der Einwerbung von Drittmitteln berechnet.

Klar sind jedoch die Schwerpunkte des Landes: „Wir stellen 5,5 Millionen Euro zusätzlich für die Lehrerbildung zur Verfügung“, sagte Martina Münch. Für den Aufbau von dualen Studiengängen soll es 1,8 Millionen Euro geben, zudem werden die Präsenzstellen in den regionalen Wachstumskernen ausgebaut.

Der Vorsitzende der Landeshochschulrektorenkonferenz, der Präsident der Universität Potsdam, Oliver Günther, begrüßte die neuen Verträge. Sie bildeten eine solide Grundlage für die Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen Land und Hochschulen. Entscheidend sei aber, wie die nächste Landesregierung die Hochschulen finanziell ausstattet.“

Sehr zurückhaltend äußerte Münch zu den Forderungen auch aus ihrer eigenen Partei nach einer Ausbildung für Berufsschullehrer an der Cottbuser Universität. „Wir haben ein voll ausgebautes Lehramtsstudium in Potsdam,und wir wollen ja schnell neue Lehrer fürs Land haben“, sagte sie. Würde man Teile der Lehramtsausbildung an die BTU verlagern, würde das deutlich länger brauchen. Dem Land sei vollkommen klar, dass bei den Berufsschullehrern ein Bedarf bestehe. „Aber noch sind wir auf der Ebene der Kultusministerkonferenz dabei, zu sortieren, wie man solche Studiengänge hinbekommt“, sagte Münch. „Wir werden mit der Universität darüber nachdenken, ob wir da im Masterbereich ausgewählte Dinge anbieten.“

Gegenüber dieser Zeitung hatte Thomas Pehle, Vorsitzender des Brandenburger Berufsschullehrerverbands, diese Forderungen unterstützt, und vorgeschlagen, über die Schaffung von Masterstudiengängen für Berufsschullehrer nachzudenken.

Insgesamt gibt es im Land rund 47 000 Studierende. „Ich würde mir wünschen, dass wir uns bei 50 000 Studierenden einpendeln“, sagte Münch. Insgesamt wachse die Zahl der Studierenden in Brandenburg. An der Universität Potsdam kommen etwa auf 4000 Studienplätze rund 20 000 Bewerber. Nur an der Brandenburgischen technischen Universität Cottbus-Senftenberg sinke die Zahl der Studenten. „Das ist ein Sonderthema, sie ist eine Universität im Umbruch und Umbau“, sagt Münch. Alte Studiengänge würden verschwinden, neue Schwerpunkte entstehen. „Bei dieser Universität geht es auch nicht darum, um jeden Preis die Zahl der Studierenden hochzutreiben“, sagte die Ministerin. „Es geht vielmehr um die Ankerfunktion, die die Hochschule in der Region und im Strukturwandel hat.“ Das Ministerium sei damit beschäftigt, neue Forschungseinrichtungen in der Region anzusiedeln. „Wenn wir die besten Köpfe in die Region holen wollen, sind das aber vielfach auch internationale Wissenschaftler“, so Münch. „Da muss sich aber auch die Stadt klar engagieren und sagen: Ihr seit hier bei uns willkommen.“

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