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Doberlug-Kirchhain : Militärfahrzeuge privat reparieren

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Doberlug-Kirchhain und die zwei weiteren Wartungswerke des bundeseigenen Unternehmens HIL stehen vor der Privatisierung

Auf dem Werksgelände im südbrandenburgischen Doberlug-Kirchhain stehen viele Militärfahrzeuge - auf Ketten, Rädern und auch mit Waffensystemen. Sie werden hier gewartet. In einer riesigen Halle wird an mehreren Stationen gearbeitet. Ein Mitarbeiter steht in einem geschützten Radfahrzeug vom Typ Dingo und bewegt eine montierte Waffenanlage hin und her - funktioniert. Es ist die Ausgangsprüfung. Das Fahrzeug kann dann bald zurück zur Bundeswehr.

Die Fahrzeuge werden zum Teil komplett zerlegt. Im Durchschnitt bleiben sie ein halbes Jahr im Werk zum Durchchecken und Erneuern. Das Militärgerät komme zur Inspektion oder wenn ein Schadensfall mit anderen Fahrzeugen eintrete, erläutert Werksleiter Peter Beuckmann. Zum Beispiel, wenn es im Einsatz Unfälle gab.

Rund 100 Fahrzeuge stehen derzeit am HIL-Standort, zu Spitzenzeiten sind es 130. Auf dem Werksgelände gibt es auch eine Teststrecke, eine Schweißerei und eine Lackiererei. Die Fahrzeuge kommen per Tieflader zum Werk und werden auch so wieder abtransportiert.

HIL kümmert sich um die Wartung und Instandsetzung von rund 30 Prozent der landbasierten Bundeswehr-Militärfahrzeuge, die meisten kommen aber direkt zu den Herstellern. Den drei Werken steht eine Privatisierung bevor. Voraussichtlich im zweiten Quartal werde es EU-weite Vergabeverfahren geben, sagte HIL-Geschäftsführer Gerd Kaptein gestern. Der Bund wolle 20-jährige Leistungsverträge mit Privatanbietern schließen, damit Arbeitsplätze und Werkstandorte in Doberlug-Kirchhain, Darmstadt (Hessen) und Sankt Wendel (Saarland) erhalten bleiben.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) betonte beim Besuch in Doberlug-Kirchhain dessen Bedeutung als Standort. Nach Angaben der Stadt zählt das HIL-Werk mit 250 Jobs zu den größten Arbeitgebern der Region. Das Werk gab es schon zu DDR-Zeiten, es wurde später saniert.

Die HIL betreibt auch Wartungs-Niederlassungen und -Stützpunkte auf Bundeswehrgelände. Diese Arbeit soll in der Hand der HIL bleiben, Managementaufgaben sollen hinzukommen. Kaptein geht davon aus, dass nach der Privatisierung der Werke bei der HIL weitere Arbeitsplätze entstehen. Derzeit sind im Unternehmen etwa 1800 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Abgabe der Werke begründet die HIL auch damit, Werksinstandsetzunges sei keine staatliche Aufgabe. Zudem würden in einigen Jahren viele Mitarbeiter in Rente gingen, womit die Produktivität sinke. Ein privater Gesellschafter könne Aufträge außerhalb der Bundeswehr anzunehmen.

Bevor  die Leistungsverträge mit privaten Anbietern geschlossen werden können, muss der Plan dem Haushaltsausschuss des Bundestages vorgelegt werden.  

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