Anders feiern : Miete mich!

Das Schloss Sacrow in Potsdam zählt zu jenen ausgewählten Orten und kuriosen Angeboten in Brandenburg, die von Privatleute aber auch Firmen, Vereinen und Institutionen für Veranstaltungen gemietet werden können.
Das Schloss Sacrow in Potsdam zählt zu jenen ausgewählten Orten und kuriosen Angeboten in Brandenburg, die von Privatleute aber auch Firmen, Vereinen und Institutionen für Veranstaltungen gemietet werden können.

Ein Schloss für die Hochzeit, der Schienenbus für den Firmenausflug oder die Leichenkutsche – im Land lässt sich viel Kurioses buchen

svz.de von
14. August 2019, 05:00 Uhr

In Brandenburg können Privatleute, aber auch Vereine und Institutionen allerhand Kurioses mieten. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. So vermietet die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten verschiedene Event-Locations mit historischem und extravagantem Flair, informiert Stiftungssprecher Frank Kallensee. „Besondere Momente verdienen besondere Orte.“ 500 Mal seien im vergangenen Jahr Schlossräumlichkeiten, Orangerien, Villen, aber auch Open-Air-Locations gebucht worden.

Die Stiftung vermietet beispielsweise Schlösser wie Sacrow in Potsdam und die historischen Pflanzenhallen des Orangerieschlosses im Park Sanssouci. Häufig geht es dem Sprecher zufolge um Hochzeitsfeiern, Hochzeits-Fotoshootings, Kulturveranstaltungen oder protokollarische Veranstaltungen von Bundes- oder Länderinstitutionen. „Der Einstiegsmietpreis liegt bei circa 500 Euro“, sagt Kallensee. Vorher werde abgestimmt, worauf die Kunden in dem historischen Umfeld genau zu achten haben. Durch die Vermietungen kann sich die Stiftung jedes Jahr über „eine mittlere sechsstellige Einnahme“ freuen, wie der Sprecher sagt. Diese Summe trage erheblich zum Erhalt der historischen Anlagen bei.

Jedoch vermietet die Stiftung nicht alle Gebäude. So werde etwa Schloss Sanssouci ausschließlich museal genutzt und stehe aus konservatorischen und platztechnischen Gründen nicht dafür bereit.

Wer stilecht mit der Hochzeitskutsche zum Schloss gefahren werden möchte, ist bei Frank Nitzsche an der richtigen Adresse. Seit fast 20 Jahren hat der Inhaber der gleichnamigen Bergranch in Nuthe-Urstromtal (Teltow-Fläming) Kutschen im Angebot. Rund 15 befinden sich in seinem Fuhrpark. „Wir haben beispielsweise Deutschlands größte Postkutsche“, sagt Nitzsche.

Darüber hinaus gebe es eine schwarze Leichenkutsche. Die werde aber weit weniger als die Hochzeitskutschen gemietet. „Meist sind es Pferdefreunde, die darin ihre letzte Fahrt machen“, erklärt er.

Die Kutschen werden übrigens nur mit Kutscher vermietet, weil dafür eine spezielle Fahrerlaubnis nötig ist. Ähnlich ist das bei den Zügen, die die Berliner Eisenbahnfreunde in Basdorf (Barnim) vermieten. Selberfahren sei leider nicht möglich, sagt Vereinssprecher Manfred Werner. Dafür seien eine entsprechende Ausbildung zum Triebfahrzeugführer, Baureiheneinweisung und Streckenkunde notwendig.

Beliebt seien der Museumszug mit Wagen aus den 1920er Jahren, aber auch der Schienenbus aus den 1950er Jahren. „Vor allem bei Betriebsausflügen und Firmenfeiern“, sagt Werner. Bei der letzten Sonderfahrt Ende Juli habe ein Eisenbahnsouvenir-Händler seinen 50. Geburtstag gefeiert. Ganz günstig ist das „Zug-Chartern“ allerdings nicht. Neben dem Dieselkraftstoff müsse auch jeder gefahrene Kilometer bezahlt werden. Zwischenstopps an Bahnhöfen der Deutschen Bahn kosten extra.

Das tut dem Wunsch nach mietbaren Extravaganzen anscheinend aber keinen Abbruch. Auch bei Petra Henkert, die in Zeuthen (Dahme-Spreewald) ihr „Weihnachtsbüro“ betreibt, gehen in diesen Tagen schon Anfragen von Familien nach Weihnachtsmännern ein. Sie selbst tritt als Engel oder Weihnachtsfee auf. „Die vielen Anfragen bedeuten ja auch, dass die Leute in der Vergangenheit zufrieden mit unserem Service waren“, sagt Henkert.

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