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Mehr Wild schießen für gesunden Wald

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Landesforstverein bemängelt fehlendes Peronsal und hohen Wildverbiss

von
erstellt am 15.Okt.2015 | 14:04 Uhr

„Steige hoch, Du roter Adler, hoch über Sumpf und Sand – hoch über dunkle Kiefernwälder...“ heißt es in der Landeshymne Brandenburgs, der „Märkischen Heide“ von Gustav Büchsenschütz. Doch würde Büchsenschütz heute leben, würde er die „dunklen Kiefernwälder“ so vermutlich nicht mehr in die Landeshymne schreiben. „In Brandenburg sind rund 70 Prozent der Wälder Kiefernwälder“, sagte der für die Landeswaldinventur zuständige Mitarbeiter des Landesbetriebs Forst Brandenburg, Jörg Müller, gestern auf der Jahrestagung des Brandenburgischen Forstvereins in Eberswalde. „Aber bei jungen Bäumen unter vier Metern Höhe sind rund 63 Prozent der Waldfläche mit Laubbäumen bestockt.“

In Brandenburg läuft der Waldumbau. Laubbäume wie Buche und Eiche sollten vermehrt die Kiefern-Monokulturen ablösen. Doch bis es soweit ist, wird es noch viele Jahre dauern. „Der Waldumbau ist ein Generationenprogramm“, sagt Müller. Zumal die jungen Bäume in Brandenburgs Wäldern gegenwärtig ein ganz anderes Problem haben: Den Wildverbiss. „Fast jede zweite Jungpflanze ist durch Verbiss geschädigt“, sagt Müller. Abteilungsleiter im Bundesamt für Naturschutz, Andreas Krug, ergänzt. „Wer den Waldumbau fortsetzen will, der muss auch mehr Wild schießen.“

Nicht nur die Bäume müssten sich verjüngen, auch der Landesforstbetrieb. „Wir brauchen mehr Personal.“ In manchen Forstämtern gebe es nur noch einen Mitarbeiter für 1000 Hektar Waldfläche – zu wenig, sagen die Mitglieder des Forstvereins.

Womit sie beim SPD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Roick auf viel Verständnis stießen. Auch der einzige in den Brandenburger Landtag gewählte Förster sprach sich nachdrücklich für einen Einstellungskorridor im Landesforstbetrieb und die Übernahme zumindest der besten Lehrlinge der Waldarbeiterschule in Kunsterspring in den Landesdienst aus.

Deutlich positionierte sich Roick auch beim Verhältnis von Forst und Jagd. Das Land Brandenburg habe den Anspruch gehabt, schon ab 2015 keine Wildschutzzäune im Wald mehr bauen zu wollen. Eine intensivere, waldorientierte Bejagung sei in Brandenburgs Wäldern unbedingt erforderlich – wozu auch die Einführung großer Bewegungsjagden im Januar gehören könnte.

 

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