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Versicherungen : Mehr Streitigkeiten mit Versicherungen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ombudsmann verzeichnete im vergangenen Jahr 21 000 Beschwerden

svz.de von
erstellt am 25.Mai.2016 | 08:45 Uhr

Immer mehr Verbraucher haben Streit mit ihren Versicherungen. Damit diese Fälle nicht gleich vor Gericht landen, haben die Unternehmen vor acht Jahren eine Schlichtungsstelle eingerichtet. Dort wird eine drastische Zunahme der Beschwerden registriert.

Ob Schutzbriefe für elektronische Geräte, Unfallversicherungen oder Assekuranzen für Gebäudeschäden: Häufig sind die Verbraucher mit den komplizierten Vertragsklauseln überfordert. Wenn dann die Versicherung im Schadensfall nicht zahlt, beginnt ein oft jahrelanger Rechtsstreit. „Dieser lässt sich jedoch in vielen Fällen vermeiden“, sagt Günter Hirsch, Ombudsmann für Versicherungen. „Wir wollen in erster Linie auf eine gütliche Einigung hinwirken“, so der Leiter der 2008 eingerichteten Schlichtungsstelle. Zunehmend wenden sich Verbraucher an die Einrichtung, deren Versicherungsverhältnisse derart verschachtelt sind, dass die eigenen Rechte unklar bleiben. Vor allem im Zusammenhang mit dem Kauf von Handys oder bei Buchung von Reisen würden Zusatzversicherungen verkauft, bei denen die Verbraucher jedoch nicht direkt Versicherungskunde seien, sondern in einem Gruppentarif nur mitversichert seien. „In solchen Dreiecksbeziehungen sind die Verbraucher das schwächste Glied“, erklärt der frühere Präsident des Bundesgerichtshofes.

Insgesamt 21 000 Beschwerden gingen bei Hirsch und seinen Kollegen im Jahr 2015 ein, knapp fünf Prozent mehr als 2014. Rund 14 000 Eingaben waren berechtigt, wie aus der Jahresbilanz der Schlichtungsstelle hervorgeht. Nach wie vor führe der Bereich Lebensversicherungen die Liste der Beschwerden an, berichtet Hirsch.

Die Schlichtungsverfahren sind für Kunden kostenlos, für Unternehmen sind sie rechtlich bindend. Mehr als 40 Prozent der Beschwerden waren erfolgreich, bei Lebensversicherungen allerdings nur jede vierte Beschwerde. Im Schnitt dauern Verfahren drei Monate.

Verbraucherschützer bezweifeln jedoch die Unabhängigkeit des Ombudsmanns. „Die ist erst dann gegeben, wenn die Stelle nicht von den Anbietern selbst finanziert wird“, sagt Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Die Erfolgsquote sei zudem geringer als bei Schlichtern in anderen Branchen.


 

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