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Flüchtlinge in Brandenburg : Mehr Schutz für Flüchtlingsfrauen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburg will Unterkünfte nun sicherer machen. Schulungen für Betreuer geplant

In den Flüchtlingsunterkünften Brandenburgs kommt es trotz erhöhter Sicherheitsvorkehrungen immer wieder zu sexueller Gewalt gegen Frauen. Wie aus dem im März veröffentlichten Integrationsbericht des Sozialministeriums hervorgeht, melden sich immer mehr Flüchtlingsfrauen bei den Behörden, die eine sichere Unterkunft suchen. „Das erhöht die Anforderungen an die Anti-Gewalt-Strukturen des Landes“, heißt es in dem Bericht. Die Landesregierung will nun den Schutz für Flüchtlingsfrauen verbessern, wie aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der CDU-Fraktion hervorgeht.

Künftig soll ein mobiles Team im Sozialministerium die Betreuer in den Flüchtlingsheimen so fit machen, dass sie Streitigkeiten unter Ausländern besser als bisher schlichten können, heißt es in der Antwort. Die Betreiber der Unterkünfte sollen mehr qualifiziertes Wachschutzpersonal einstellen. Zudem soll es in allen Einrichtungen getrennte Gemeinschaftswaschräume und -toiletten sowie abschließbare Sozialräume geben. Mehr Hilfe für schutzsuchende Frauen wird auch von der Novellierung des sogenannten Landesaufnahmegesetzes erwartet. Details dazu werden derzeit zwischen den Ressorts Inneres, Soziales und Finanzen abgestimmt. Die Kommunen werden danach unter anderem verpflichtet, den nach Brandenburg kommenden Migranten bei ihrer Registrierung und der Suche nach einer Unterkunft unter die Arme zu greifen. Besondere Fürsorge gilt schutzbedürftigen Menschen.

Viele Frauen, die ihre Heimat wegen Krieg, Not und Gewalt verlassen haben, sind traumatisiert. Daher soll bei der Zentralen Ausländerbehörde Brandenburgs noch im ersten Halbjahr 2016 die Zahl der Psychologen auf vier verdoppelt werden.

Bewährt haben sich die in der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt mit dem städtischen Krankenhaus angebotenen Sprechstunden vor psychiatrischen Behandlungen. Unterstützt vom Ernst-von-Bergmann-Klinikum soll es diese Angebote künftig auch in den Aufnahmeeinrichtungen in Potsdam und Ferch geben.

In Brandenburg leben derzeit rund 20 000 Flüchtlinge, etwa ein Drittel davon sind Frauen. Knapp 1350 Migranten sind jünger als 18 Jahre und ohne Familienangehörige nach Brandenburg gekommen. Nach Angaben des Sozialministeriums hat nahezu jede minderjährige Frau ohne begleitende Familienangehörige vor oder während ihrer Flucht sexuelle Gewalt erlitten.

Manfred Rey

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