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Caritasstudie : Mehr Schüler in der Mark schaffen einen Abschluss

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Aber laut Untersuchung steigt die Zahl der Schüler ohne Hauptschulabschluss in der Prignitz

von
erstellt am 06.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Die Zahl der Schüler in Brandenburg, die nicht wenigstens den Hauptschulabschluss erreichen, sinkt. Waren 2014 noch 7,8 Prozent der Schulabgänger ohne jeden Abschluss, waren es 2015 nur noch 7,1 Prozent. Das geht aus der diesjährigen Bildungsstudie des katholischen Hilfswerks „Caritas“ hervor, die in dieser Woche in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Seit dem Jahr 2012 wertet die Caritas jährlich die Zahlen der amtlichen Statistik zu den Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss aus. Ziel sei es, den Blick auf Jugendliche zu lenken, die in der Gesellschaft schlechte Chancen haben. „Benachteiligte Schülerinnen und Schüler müssen besser gefördert werden“, erklärt Jens-Uwe Scharf, Jugendhilfereferent der Caritas im Erzbistum Berlin. „Jugendliche, die ohne Abschluss die Schule verlassen, haben deutlich weniger Chancen auf einen Ausbildungsplatz, schlechte berufliche Perspektiven und weniger Aussicht auf ein Leben unabhängig von staatlichen Leistungen“, sagt der Präsident des bundesweiten Deutschen Caritas-Verbands, Peter Neher.

Bundesweit liegt die Quote der Schüler ohne Hauptschulabschluss bei 5,9 Prozent. Wie in den vergangenen Jahren hat die Studie des Caritas-Verbands die Daten bis hinab zur Landkreisebene analysiert. Vor allem die Prignitz lässt das in einem schlechten Licht dastehen: Denn während überall sonst die Zahl der Schüler ohne Hauptschulabschluss sinkt, steigt sie in der Prignitz an – von 8,21 Prozent auf 11,32 Prozent. Mehr als jeder zehnte Prignitzer Jugendliche erreicht also nicht wenigstens den Hauptschulabschluss.

Gegenüber dem „Prignitzer“ kritisierte der Wittenberger CDU-Bildungsexperte Gordon Hoffmann, dass die Landesregierung ihr Ziel, die Zahl der Schüler ohne Hauptschulabschluss zu verringern, offenkundig noch nicht erreicht habe. „Wir müssen hier endlich die ideologischen Scheuklappen ablegen“, sagte Hoffmann. In Brandenburg würden Absolventen einer Förderschule oft keinen von der Kultusministerkonferenz anerkannten Abschluss erreichen. „Das Problem löst man aber nicht dadurch, dass man sie zur Regelschule schickt.“ Nötig sei es vielmehr, über einen anerkannten Abschluss für Absolventen einer Förderschule nachzudenken.

Der Sprecher des Potsdamer Bildungsministeriums, Ralph Kotsch, verwies ebenfalls darauf, dass es sich bei dem größten Teil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss um Förderschüler handele.

„Die Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt ,Lernen’ und die Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt ,geistige Entwicklung’ vergeben eigene Abschlüsse“, sagte Kotsch. „Diese sind aber nicht dem Hauptschulabschluss gleichgestellt.“ Zudem verwies Kotsch darauf, dass das Land diverse Maßnahmen für Schulverweigerer sowie zur Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen fördere. „In den Produktionsschulen und in den Projekten für alleinerziehende junge Mütter und Väter erfahren individuell benachteiligte junge Menschen die in erhöhtem Maße erforderliche Unterstützung beim Einstieg in eine Berufsausbildung oder beim Übergang in die Arbeitswelt.“ 

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